Fleischwirtschaft

Greenpeace fordert strenge Kriterien für Fleisch-Siegel

Für das geplante Gütesiegel für konventionell produziertes Fleisch fordert Greenpeace deutlich strengere Auflagen. Das Siegel dürfe kein Freibrief für Massentierhalter, Pestizid-Verwender oder Gentechnik-Anbauer werden, mahnte die Umweltschutzorganisation. Bisher stelle die Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft jedoch zu lasche Qualitätsanforderungen und bremse damit die Agrarwende aus, kritisierte Landwirtschaftsexperte Martin Hofstetter.

Nach Ansicht von Greenpeace sollten lediglich Nahrungsmittel das geplante Qualitätszeichen erhalten, bei deren Erzeugung auf genmanipuliertes Futter und antibiotische Leistungsförderer verzichtet wurde. Zugleich müssten die Haltungsbedingungen deutlich verbessert werden. So dürften Landwirte, deren Tiere auf Vollspaltenböden ohne Stroh stehen, das Siegel nicht erhalten. Für Mastgeflügel solle nur Fleisch von Hühnern und Puten aus so genannten extensiven Haltungsformen das konventionelle Siegel erhalten. Dabei haben die Tiere Auslauf oder leben im Freien.

Tierhalter, die nicht auf Öko umsteigen wollen, bräuchten dringend Auflagen für ihre Fleischproduktion, betonte Hofstetter. Statt das geplante Siegel zur Beseitigung der Missstände in der Billig-Fleischproduktion einzusetzen, hätten CMA, Fleischindustrie und Bauernverband jedoch ein Zeichen ausgekungelt, bei dem jeder so weiter machen könne wie bisher.

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