Asylbewerber

Bilanz 2001: 12,4 Prozent mehr Asylanträge

Die Zahl der Asylbewerber ist im vergangenen Jahr um 12,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Insgesamt beantragten 88 287 Personen in Deutschland Asyl, 9723 mehr als im Jahr 2000, teilte das Bundesinnenministerium am Mittwoch in Berlin mit. Lediglich im Dezember war demnach ein Rückgang der Bewerberzahlen um 6,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zu verzeichnen.

Auch die Quote der anerkannten Asylsuchenden stieg 2001 deutlich, von drei Prozent aller entschiedenen Fälle im Vorjahr auf nun 5,3 Prozent. Ein noch stärkerer Anstieg war beim Abschiebeschutz zu verzeichnen, der im vergangenen Jahr in 15,9 Prozent der Fälle gewährt wurde (2000: 7,9 Prozent). 54,8 Prozent der Anträge wurde abgelehnt.

Die meisten Asylbewerber kamen auch 2001 aus dem Irak. Mit insgesamt 17 167 Antragstellern war hier ein Zuwachs um 48 Prozent zu verzeichnen. Auf Platz zwei in der Liste der Herkunftsländer stand dieses Mal die Türkei mit 10 869 Bewerbern (plus 21,2 Prozent), gefolgt von Jugoslawien, das mit 7758 Bewerbern einen Rückgang gegenüber 2000 um 30,2 Prozent aufwies. Aus Afghanistan kamen 5837 Asylbewerber, 8,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Die prozentual stärksten Zuwächse gab es bei der Russischen Förderation (63,7 Prozent) und Vietnam (59,6 Prozent), die auf Platz fünf und sechs der Liste liegen.

Der Anstieg der Bewerberzahlen unterstreicht nach Ansicht von Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) "die Notwendigkeit einer umfassenden Reform des Zuwanderungsrechts, einschließlich des Asylverfahrensrechts". Der von der Bundesregierung vorgelegte Gesetzentwurf habe unter anderem zum Ziel, die Asylverfahren zu straffen und beschleunigen sowie den Missbrauch einzudämmen.

Im Gegensatz zum Trend des übrigen Jahres waren die Zahlen im Dezember wieder rückläufig. Insgesamt beantragten im letzten Monat des Jahres 5576 Menschen in Deutschland Asyl, 2430 weniger als noch im November (minus 30,4 Prozent). Von dem Rückgang betroffen waren alle Herkunftsländer der Spitzengruppe, mit Ausnahme Russlands, bei dem die Bewerberzahlen auf dem Stand vom November blieben. Auch die Anerkennungsquote lag im Dezember mit 2,7 Prozent deutlich unter dem Jahresdurchschnitt 20001 und sogar unter dem des Vorjahres. In 12,1 Prozent der 8273 im Dezember entschiedenen Fälle wurde Abschiebeschutz gewährt. Der Anteil der abgelehnten Fälle lag im Dezember hingegen mit 66 Prozent wieder über dem Jahresdurchschnitt.

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