Kanzlerkandidatur

Vogel rechnet mit einvernehmlicher Lösung des Stoiber/Merkel Streits

Thüringens Ministerpräsident Bernhard Vogel (CDU) sieht keinen Anlass zur Kritik am CSU-Vorstoß für den bayerischen Regierungschef Edmund Stoiber als Kanzlerkandidat der Union. Es sei ein "selbstverständlicher Vorgang", dass sich die CSU für ihren Vorsitzenden als Kandidaten ausspreche, sagte Vogel am Mittwoch im ZDF-"Morgenmagazin". Alles andere wäre "unnatürlich".

Vogel ist überzeugt, dass sich Stoiber und CDU-Chefin Angela Merkel wie vereinbart nach der CDU-Klausurtagung am Freitag und Samstag in Magdeburg auf einen gemeinsamen Vorschlag einigen werden. Beide Anwärter seien "hervorragende Repräsentanten" der Union. Zu seinen eigenen Präferenzen für den Kanzlerkandidaten wollte er sich nicht äußern. Die CSU-Landesgruppe hatte sich am Dienstag in Wildbad Kreuth für Stoiber als Herausforderer von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) ausgesprochen.

Scharfe Kritik am Verfahren zur Wahl des Kanzlerkandidaten äußerte der frühere CDU-Generalsekretär Heiner Geißler. Dass die Lage für die Union derzeit so "verfahren" sei, hätten sich CDU und CSU selbst zuzuschreiben, sagte Geißler im Südwestrundfunk (SWR). Bei zwei Bewerbern um die Spitzenposition könne niemand auf die Einigung der beiden Beteiligten selbst setzen. Die Union müsse den Mut haben, in einem demokratischen Gremium abstimmen zu lassen.

Zur CSU-Empfehlung für Stoiber sagte Geißler, er halte das Votum von Kreuth für einen "unfreundlichen Akt". Er fügte hinzu, sollte Merkel feststellen, dass sie nicht von der Mehrheit der CDU unterstützt werde, sollte sie von sich aus zur Lösung der Sache beitragen und Stoiber vorschlagen. Merkel müsse in jedem Fall die Initiative in der Hand behalten und für klare Verhältnisse sorgen.

Mit Nordrhein-Westfalen hat sich der größte Landesverband der CDU in der Kanzlerkandidatenfrage der Union eindeutig auf CDU-Chefin Angela Merkel festgelegt. Die Erfolgsaussichten bei der Bundestagswahl seien mit Merkel "noch größer", heißt es in einem einstimmigen Beschluss des geschäftsführenden Vorstandes, den der Landesvorsitzende Jürgen Rüttgers am Mittwoch in Düsseldorf vorstellte. Der Landesvorstand forderte Merkel und CSU-Chef Edmund Stoiber auf, sich "einvernehmlich" zu einigen. Dieser Vorschlag sollte nach Ansicht von Rüttgers noch in der kommenden Woche vorliegen.

Zeige Deinen Kontakten bei Google und Facebook, dass Dir dieser Beitrag gefällt!