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Erste Heroin-Ambulanz in Bonn eröffnet bundesweiten Modellversuch

Drogentherapie statt Verfolgung

Zum Start in einen bundesweiten Versuch zur staatlich kontrollierten Heroinabgabe an Schwerstabhängige ist am Mittwoch in Bonn die erste Heroin-Ambulanz eröffnet worden. An der Studie beteiligen sich neben Bonn die Städte Hamburg, Frankfurt/Main, Hannover, Karlsruhe, Köln und München. In Bonn sollen 100 Patienten an der klinischen Prüfung beteiligt werden. Die Hälfte von ihnen erhält reines Heroin, den anderen 50 Probanden in der Kontrollgruppe wird der Ersatzstoff Methadon verabreicht.

Geleitet wird die Studie vom Zentrum für Interdisziplinäre Suchtforschung der Universität Hamburg. Teilnehmen sollen 1120 Opiatabhängige. Die Studie soll zeigen, ob mit der medizinischen Vergabe von pharmakologisch reinem Heroin die Beschaffungskriminalität zurückgeht und die Abhängigen insgesamt sozial stabiler werden. Geprüft wird, ob mit Heroin die Erfolgsquote höher liegt als in einem reinen Methadon-Programm. Die Teilnehmer müssen mindestens 23 Jahre alt und mindestens fünf Jahre lang opiatabhängig sein.

Alle am Modellversuch beteiligten Patienten erhalten neben der medikamentösen Therapie mit Heroin oder Methadon eine psychosoziale Begleitbehandlung. In speziell geschaffenen Drogenambulanzen bekommen die Abhängigen der Experimentalgruppe bis zu dreimal täglich injizierbares reines Heroin. Die Patienten spritzen sich die Droge, die sie in einer bereits aufgezogenen Spritze bekommen, unter Aufsicht in speziellen Räumen unter hygienisch einwandfreien Bedingungen. Die Kontrollgruppe erhält einmal täglich Methadon zum Einnehmen, da dessen Wirkung deutlich länger anhält als beim Heroin.

Die individuelle Studiendauer für jeden Patienten beträgt 24 Monate.

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