Neues Preissystem der Deutschen Bahn
Verkehrsclub Deutschland empört über kundenfeindliche Stornoregelungen
Für Tickets, die nach Ende der Vorverkaufsfrist, aber vor dem Reisetag umgetauscht würden, werde die Bahn eine Gebühr von 30 Euro erheben. Wer 40 Prozent Ermäßigung erhalten wolle, müsse seine Fahrkarte beispielsweise spätestens sieben Tage vor der Reise kaufen. Wolle er die Karte etwa aus Krankheitsgründen drei Tage vor der Abfahrt zurückgeben, bedeute das 30 Euro Verlust. "Auch dieser Stornobetrag ist viel zu hoch und hat abschreckende Wirkung auf potenzielle Bahnfahrer", kritisiert Schaller.
Nur wenn durch Zugverspätungen, die die DB AG zu verantworten habe, ein gebuchter Anschluss nicht mehr erreicht werde, könne das Sparticket im nächstmöglichen Zug benutzt werden. Für Fahrscheine zum normalen Preis soll die bisherige Regelung gelten. Bis zu einem Tag vor der Abfahrt ist der Umtausch kostenlos, ab dem Reisetag beträgt die Gebühr 15 Euro. Nach Ansicht des VCD wurde schon mit der Erhöhung der Rücknahmegebühr zu Jahresbeginn von 17 Mark auf 15 Euro die Schmerzgrenze beim Umtausch von nicht benutzten Fahrscheinen überschritten. Auch könnten seit Jahresbeginn Sparpreistickets ab dem ersten Geltungstag nicht mehr zurückgegeben werden.
"Die Deutsche Bahn AG will mit dem neuen Preissystem das Bahnfahren für Millionen Menschen attraktiver und preisgünstiger machen. Das kann jedoch nur gelingen, wenn den Kunden die Flexibilität beim Bahnfahren nicht genommen wird", meint Annette Volkens, Verkehrsreferentin des VCD. Denn diese Freiheit biete der größte Konkurrent, das Auto, jederzeit. "Mit den geplanten Frühbucherrabatten und Stornoregelungen kann von Flexibilität aber keine Rede mehr sein."
Das Vorhaben der DB AG bestärkt den VCD in seiner Forderung, die BahnCard in ihrer jetzigen Form mit einer Ermäßigung von 50 Prozent zu erhalten. Damit sei ein günstiger Preis sowie der flexible Zugang zu den Zügen garantiert. Das sind nach Ansicht des VCD nach wie vor die wesentlichen Voraussetzungen für eine starke Nutzung des umweltfreundlichen Verkehrsträgers Bahn. Dies sei schließlich sowohl im Interesse der DB AG als auch im Interesse der Politik.
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Am 15. Mär. 2002 unter:
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