Armut macht krank

Jugendärzte fordern Massnahmen gegen Kinderarmut

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ)fordert stärkere Initiativen zur Bekämpfung von Armut unter Kindern. In Deutschland seien von Armut rund zwei Millionen Kinder betroffen, die durch die schlechte Lebensqualität allgemein auch krankheitsanfälliger seien, stellte der Verband anlässlich seines 5. Forums für Gesundheits- und Sozialpolitik am Mittwoch in Berlin fest.

"Armut und Gesundheit stehen eng zusammen", sagte BVKJ-Präsident Klaus Gritz. Für eine Verbesserung der Situation von Kindern und Jugendlichen reichten materielle Zuwendungen allein nicht aus. Der Verband fordere vielmehr kostenlose Kindergartenplätze mit gut geschultem Personal sowie Ganztagsschulen für Jugendliche. Zudem könne ein System der "aufsuchenden Fürsorge" durch den öffentlichen Gesundheitsdienst der Vernachlässigung von Kindern entgegenwirken.

Nach Angaben des BVKJ erleben die Kinder- und Jugendärzte im Praxisalltag viele Benachteiligungen sozial schwacher Familien. Diese machten sich oft schon im frühesten Kindesalter bemerkbar. Die Frühgeborenenrate etwa sei höher als bei anderen Familien. In rund 30 Prozent der Fälle führe dies bei den Kindern später zu Lern- und Verhaltensstörungen. Auffällig bei Jugendlichen aus unterprivilegierten Familien sei zudem die höhere Anfälligkeit für Asthma oder Übergewicht. Auch psychische Störungen wie Depressionen seien weitaus häufiger zu beobachten.

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