Verbraucherschutz
Naturschützer und Verbraucherzentralen warnen vor Antibiotikum im Obstbau
Nach Ansicht der Verbände ist der Einsatz von Antibiotika im Freiland aufgrund der Gefahr von Resistenzbildungen bei Menschen noch viel weniger zu tolerieren als im Stall. Antibiotikarückstände in Lebensmitteln sei ein nicht zu unterschätzendes Problem und müsse konsequent vermieden werden, so Thomas Isenberg, Fachbereichsleiter Gesundheit und Ernährung beim vzbv. Auch für Imker seien Pestizidrückstände im Honig ein untragbarer Zustand. Sollte der Einsatz von Antibiotika im Obstbau wieder praktiziert werden, müssten zahlreiche Imker aufgrund von Absatzeinbußen um ihren Arbeitsplatz fürchten, so Manfred Hederer vom Berufsimkerbund. Eine Lobbypolitik zu Gunsten von Obsterzeugern und zu Lasten der Umwelt, der Gesundheit der Verbraucher sowie weiterer Arbeitsplätze im ländlichen Raum sei nicht hinnehmbar.
Das jetzige Beispiel zeige gleichzeitig, dass die Abhängigkeit vieler Obsterzeuger von Plantomycin in eine Sackgasse geführt habe und alternative Verfahren bislang zu wenig berücksichtigt wurden. Daher müsse möglichst rasch ein umfangreiches Sofortprogramm aufgelegt werden, das auch die Erfahrungen aus Ländern wie der Schweiz einbeziehe. Im Vordergrund stünden dabei die Einrichtung einer Feuerbrandkasse und eines Frühwarnsystems für Feuerbrand sowie die Förderung mechanischer und biologischer Bekämpfungsmethoden. Die Bundesregierung müsse mit einem solchen Ausstiegsprogramm deutlich machen, dass Antibiotika in der Landwirtschaft keine Zukunft mehr haben, so Gerd Billen.
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Am 21. Mär. 2002 unter:
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