Urwälder

Polizei räumt Greenpeace-Aktivisten nach neun Tagen Demo

Neun Tage nach Beginn des Protestes auf dem Gelände der Holzhandelsfirma "Fritz Offermann" in Preussisch- Oldendorf hat die Polizei die verbliebenen 15 Greenpeace-Aktivisten geräumt. Insgesamt 30 Umweltschützer hatten ihren Protest auf dem Gelände und dem Ladekran des Unternehmens durchgehalten. Zuvor hatten sie Hunderte von Stämmen aus afrikanischem Urwaldholz mit "Stoppt Urwaldzerstörung" markiert. Trotz mehrtägiger Verhandlungen mit Greenpeace will die Firma Offermann in ihrem Sägewerk weiterhin Holz aus Urwaldzerstörung verarbeiten. Die Firmenleitung erklärte sich nicht bereit, den Betrieb schrittweise auf Holz aus ökologischer Waldnutzung umzustellen.

Das Beispiel Offermann zeige, dass von der Holzindustrie kaum etwas zu erwarten ist, sagte Greenpeace-Waldexperte Dr. Thomas Henningsen. Daher müsse das Geschäft mit der Zerstörung der letzten Urwälder endlich im April auf dem UN-Urwaldgipfel auf höchster politischer Ebene gestoppt werden. Aus diesem Grund wendet sich Greenpeace in Berlin seit heute bis Freitag mit über 100 "Urwald-Botschaftern" an etwa 150 Bundestagsabgeordnete. In diesem Gesprächs-Marathon wollen die Umweltschützer den Politikern im Vorfeld der UN-Konferenz die Dringlichkeit des Schutzes der letzten Urwälder klar machen. Bereits 80 Prozent aller ursprünglich existierenden Urwälder seien zerstört.

Bundeskanzler Schröder müsse dafür sorgen, dass die letzten Urwälder gerettet werden. Bislang trage Deutschland durch seine Holzimporte tatkräftig dazu bei, die Urwälder zu vernichten, sagt Henningsen. Deutschland importiert Holz- und Papierprodukte aus Afrika, Südostasien, dem Amazonas, Kanada, Finnland und Russland.

Im April tagt in Den Haag/Niederlande die sechste Vertragsstaatenkonferenz der UN-Konvention über die Biologische Vielfalt (COP-6 CBD). Greenpeace fordert von den Regierungen, auf dem Urwaldgipfel ein wirksames Programm zum Schutz der letzten Urwälder zu verabschieden. Dazu gehöre, dauerhafte Urwald- Schutzgebiete einzurichten und ökologische Waldnutzung zu fördern.

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