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BUND warnt vor Privatisierung der Wasserversorgung in Deutschland

Tag des Wassers

Die Versorgung mit Trinkwasser ist weltweit noch immer eines der größten Probleme. Darauf soll der Internationale Tag des Wassers am Freitag aufmerksam machen. Nach Angaben der Vereinten Nationen (UN) haben mehr als 1,1 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Verseuchtes Wasser ist dem Bundesumweltministerium in Berlin zufolge für die hohe Kindersterblichkeit in den Entwicklungsländern verantwortlich. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sieht die Trinkwasserversorgung vor allem durch Bestrebungen gefährdet, mit dem Wasser profitable Geschäfte machen zu wollen. Da sich Privatunternehmen zunehmend an kommunalen Wasserwerken beteiligten, drohe bei schärferer Konkurrenz eine Vernachlässigung des Ressourcenschutzes und die Minderung der Wasserqualität. Das Recht auf Zugang zum Trinkwasser müsse überall als öffentlich-rechtliche Dienstleistung gewährleistet werden. Eine Privatisierung der Wasserressourcen und die Liberalisierung des Wassermarktes führe nur zur Qualitätsminderung und höheren Preisen.

UN-Schätzungen zufolge sterben pro Jahr fünf Millionen Menschen an Krankheiten, die durch verseuchtes Wasser ausgelöst werden. Die Wasservorkommen seien von Umweltverschmutzung bedroht. Bis 2025 müsse man davon ausgehen, dass zwei Drittel der Menschen unter Wasserknappheit zu leiden hätten. UN-Generalsekretär Kofi Annan befürchtet, "dass Wasserknappheit die Ursache für gewalttätige Konflikte beinhaltet". Er hofft darauf, dass die Probleme nicht nur Ursache für Spannungen seien: "Sie können auch als Katalysator für Zusammenarbeit wirken."

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) fordert mehr Entwicklungshilfe, um die Wasserhygiene zu verbessern. Der Vorsitzende von UNICEF-Deutschland, Reinhard Schlagintweit, betonte: "Der Trinkwassermangel und die Hygienekatastrophe müssen heute bewusster und entschiedener bekämpft werden. Nur so kann die Kindersterblichkeit erfolgreich gesenkt werden."

Das Entwicklungsministerium in Berlin wies darauf hin, dass die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung mit 300 bis 400 Millionen Euro den größten Investitionsbereich der Entwicklungszusammenarbeit ausmachen. Das Geld komme hauptsächlich Afrika und den Mittelmeerländern zugute.

In Deutschland gehört nach Auskunft der Umwelt-Apotheker das Trinkwasser zu den am besten kontrollierten Lebensmitteln. Gefahren drohten jedoch durch die Wasserrohre in den Häusern. In Altbauten seien immer noch Bleirohre vorhanden, welche die Bewohner schleichend vergifteten. Die Folgen seien Haarausfall, Schlaf- und Verdauungsstörungen. Kleinen Kindern drohe Gefahr aus Kupferrohren in Neubauten, aus denen sich noch Wochen nach dem Einbau das Schwermetall löse. Es sammle sich bei Kindern in der Leber an.

Der BUND forderte den Bundestag auf, bei den kommenden Beratungen zum Wasserhaushaltsgesetz dem Umweltschutz einen höheren Stellenwert einzuräumen. Es dürfe nicht sein, dass das künftige Gesetz naturzerstörende Baumaßnahmen für Schifffahrt und Wasserkraftwerke auf Kosten der Flüsse erlaube. Gravierende Fehler beim Ausbau von Rhein und Donau seien mitverantwortlich für die regelmäßig wiederkehrenden Hochwasserkatastrophen. An Elbe, Saale und Oder dürften diese Fehler nicht wiederholt werden.

"Lang ist die Rote Liste der gefährdeten Tier- und Pflanzenarten, die noch in den verbliebenen Biotopen unserer Flüsse leben", erklärte BUND-Wasserexperte Sebastian Schönauer. Ein neues Wasserhaushaltsgesetz müsse diese Biotope auf jeden Fall schützen. "Sie allein garantieren das Überleben der bedrohten Arten und sind als Flutungsflächen unverzichtbar für einen wirksamen Schutz vor Hochwasser."

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