Umstrittenes Saatgut erlaubt
50 Tonnen Gen-Mais dürfen angebaut und gegessen werden
Nicht nur die Interessen der Verbraucher würden missachtet, sondern auch die der Bauern. Wenn der Gen-Mais ohne jede Kennzeichnung angebaut werde, würden angrenzende Felder und deren Ernte verunreinigt, ohne dass der benachbarte Landwirt es merkt. "Wir fordern die Industrie auf, das Saatgut aus dem Verkehr zu ziehen."
In den vergangenen Jahren erteilte das Sortenamt ähnliche Genehmigungen. Wegen des schwachen Interesses der Landwirte wurden diese aber nur wenig genutzt. In einigen Fällen gelang es Greenpeace, die Felder aufzudecken. Die Europäische Union sieht die Möglichkeit vor, die Gen-Felder in einem öffentlich zugänglichen Register zu erfassen. Deutschland hat das entsprechende Gesetz aber nicht umgesetzt. Greenpeace erwartet vom Bundesministerium für Verbraucherschutz zumindest Maßnahmen, damit die umliegenden Landwirte gewarnt werden.
Greenpeace vertritt seine Forderung, keine genmanipulierten Organismen freizusetzen, auch im Diskurs "Grüne Gentechnik" des Verbraucherschutzministeriums. "Seit Wochen führt Ministerin Künast Gespräche mit der Industrie, Verbrauchern und Umweltschützern über die Zukunft der Gentechnik auf dem Acker. Gleichzeitig will die Industrie einfach Fakten schaffen und die Öffentlichkeit hintergehen, indem sie heimlich Gen-Mais anbaut", erklärt Then.
Unter den zugelassenen Sorten sei auch um Gen-Mais, der sein eigenes Pestizid produziert, das sogenannte "Bt"-Gift. Besonders umstritten ist das in diesem Mais teilweise enthaltene Gen für eine Resistenz gegen Antibiotika. Es kann Antibiotika in der Tierzucht unwirksam machen, wenn der Mais verfüttert wird. Zudem gefährdet der Anbau auch nützliche Insekten. Ein weiterer Gen-Mais enthalte ein sogenanntes "T25"-Gen, das ihn resistent macht gegen das Pestizid "Basta". Auch dieser Mais enthält einen Genabschnitt für Antibiotika-Resistenz. Entgegen der eigentlichen Absicht benötige dieser Mais mehr Spritzmittel als herkömmliche Sorten. Das zeige eine Studie der Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA).
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Am 25. Mär. 2002 unter:
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