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Schröder soll Urwald-Initiative von Präsident Chirac folgen

Waldrodung

Greenpeace fordert Bundeskanzler Gerhard Schröder auf, sich der gestern Abend vom französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac überraschend vorgestellten Initiative zur Rettung der letzten Urwälder anzuschliessen. Frankreich hat damit auf dem UN-Urwaldgipfel in Den Haag die Forderungen von Greenpeace nach einem internationalen Urwald-Fonds angenommen. Zudem kündigte Chirac an, dass Frankreich keine Steuergelder mehr für Holz aus Urwaldzerstörung ausgeben werde. Statt dessen würden öffentliche Einrichtungen nur noch die von Greenpeace unterstützten Hölzer mit dem Öko-Siegel FSC (Forest Stewardship Council) einkaufen. Frankreich folgt in der Bewirtschaftung seiner Staatswälder bisher dem Industrie-Siegel PEFC, das Greenpeace für unglaubwürdig hält.

Chirac habe die richtige Entscheidung getroffen, so Martin Kaiser, Greenpeace-Urwaldexperte in Den Haag. Schröder und die anderen Regierungschefs sollten dem Beispiel folgen, um den Urwaldgipfel zum Erfolg zu bringen. Wenn der Kanzler die Chance für den dringend notwendigen Urwaldschutz ignoriert, werde er in zehn Jahren für das Aussterben der letzten Gorillas und Orang-Utans verantwortlich sein, so Kaiser weiter.

Auf dem internationalen Urwaldgipfel, der Vertragsstaatenkonferenz der UN-Konvention über die Biologische Vielfalt (COP-6 CBD) in Den Haag wird bis Ende nächster Woche ein Waldprogramm verabschiedet, auf dessen Gestaltung die Bundesregierung starken Einfluss hat. Greenpeace fordert, darin ein vorläufiges Verbot von industriellem Holzeinschlag für die letzten Urwälder zu verhängen. Es soll so lange gelten, bis Schutzgebiete ausgewiesen sind, in denen kein Baum mehr industriell gefällt werden darf, und Waldgebiete bestimmt sind, die ökologisch und sozial nachhaltig zu bewirtschaften sind.

Zur Finanzierung dieser Massnahmen schlägt Greenpeace die Einrichtung eines internationalen Urwald-Fonds vor, in den die Industrieländer innerhalb der nächsten zehn Jahre jährlich 17 Milliarden Euro einzahlen. Der deutsche Anteil würde bei 1,7 Milliarden Euro jährlich liegen. Die Zahlen basieren auch auf Schätzungen des Wissenschaftlichen Beirates der Bundesregierung für Globale Umweltveränderungen.

Der Forderung nach der Rettung der letzten Urwälder verleihen zur Zeit auch Greenpeace-Aktivisten im Hafen von Wilhelmshaven Nachdruck. Seit dem frühen Morgen protestieren sie gegen den Holzfrachter "Nemo", der Kiefern- und Fichtenholz aus dem nordrussischen Dvinsky-Urwald, einem der grössten Urwälder Europas, nach Deutschland bringt.

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