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Mindestens sechs Deutsche bei Explosion in Djerba getötet

Vermutlich antisemitischer Anschlag

Bei einer Explosion vor einer Synagoge auf der tunesischen Insel Djerba sind mindestens sechs deutsche Touristen getötet worden. Das bestätigte das Auswärtige Amt am Freitag in Berlin. Demnach kamen bei dem Unglück fünf Frauen und ein elfjähriger Junge ums Leben. Insgesamt sollen bis zu elf Menschen bei der Detonation ums Leben gekommen sein. Zwei der deutschen Frauen stammen aus Baden-Württemberg, eine aus Bayern und eine aus Berlin. Bei der fünften Frau und dem Jungen ist die Herkunft noch unklar. Mittlerweile gehen die Sicherheitsbehörden von einem antisemitischen Anschlag aus.

Von den 45 Angehörigen einer TUI-Reisegruppe werden 19 immer noch stationär in Krankenhäusern in Tunis und Sousse behandelt. Die ARD berichtete, die ersten Schwerstverletzten könnten noch am Freitag aus dem Militärhospital in Tunis nach Deutschland ausgeflogen werden. Dort lägen fünf deutsche Touristen mit schwersten Verbrennungen, die nach Angaben des Krankenhauschefs nur in Deutschland eine Überlebenschance hätten.

Am Freitagabend sollte in Tunis ein Flugzeug mit einem deutschen Ärzteteam landen, das die Schwerstverletzten untersucht und entscheidet, ob sie zurückgeflogen werden sollen. Unter den fünf Ärzten befindet sich auch ein Spezialist für Verbrennungsverletzungen aus Berlin. Außerdem flog ein Team von Psychologen und Betreuern nach Tunesien, das die Verletzten sowie die Angehörigen betreuen soll.

Bei der Explosion eines mit Gas beladenen Tankwagens am Donnerstag handelt es sich nach Angaben von Geheimdiensten "höchstwahrscheinlich um einen antisemitischen Anschlag". Das erfuhr die Nachrichtenagentur ddp aus westlichen Geheimdienstkreisen. Erste Ermittlungsergebnisse hätten zu diesem Schluss geführt. Auch deutsche Regierungskreise gehen laut Samstagausgabe der "Bild"-Zeitung von einem Terroranschlag aus. Demnach war der Gas-Laster nach neuesten Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden vor der Synagoge abgestellt. Der Fahrer des Lastwagens habe dann offensichtlich die Sprengung ausgelöst, als er durch die Polizei kontrolliert werden sollte. Bisher waren die Behörden davon ausgegangen, dass der Lastwagen sehr schnell auf die Synagoge zugefahren und dabei verunglückt sei.

Am Freitag flogen zwei Beamte des Bundeskriminalamts (BKA) nach Tunesien. Zum Zeitpunkt der Explosion hatten sich bereits zwei hohe BKA-Beamte zu lange geplanten Gesprächen mit tunesische Sicherheitsbehörden in Tunis aufgehalten. Sie hätten sich sofort nach Bekanntwerden des Unglücks eingeschaltet, berichtete der BKA-Sprecher.

Die deutschen Opfer gehörten zu einer TUI-Reisegruppe, die eine Inselrundfahrt unternommen hatten. Zum Zeitpunkt der Explosion stand ihr Bus in unmittelbarer Nähe der Ghriba-Synagoge. Dort war der mit Gas beladene Lastwagen explodiert. Neben den Deutschen seien der Fahrer des Tanklasters, zwei Arbeiter, der tunesische Führer der deutschen Touristengruppe und ein Franzose getötet worden, berichtet n-tv.

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