Bundeswehr in Afghanistan

Deutsche Elitesoldaten an neuer Offensive gegen Taliban beteiligt

Die deutschen Elitesoldaten des Kommandos Spezialkräfte KSK kämpfen derzeit in den Bergen im Osten Afghanistans gemeinsam mit erst vor kurzem neu eingeflogenen Royal Marines der britischen Armee in einer Offensive gegen versprengte Taliban- und Al-Qaida-Anhänger. Das bestätigte der britische Brigadegeneral Lane in Bagram bei Kabul. Die KSK-Soldaten waren bereits in einer ganzen Anzahl von riskanten Spezialeinsätzen dabei, so auch bei der Erstürmung der Bergfestung Tora Bora des Top-Terroristen Osama Bin Laden.

Das Verteidigungsministerium lehnte am Mittwoch in Berlin jede Stellungnahme zu der Beteiligung der Bundeswehrsoldaten an der Offensive ab. "Wir bleiben dabei, nichts zu Einsätzen der KSK zu sagen", sagte Ministeriumssprecher Jochen Cholin. Er betonte lediglich, dass mit dem Beschluss des Bundestages vom November vergangenen Jahres auch der Einsatz von Spezialkräften der Bundeswehr mit bis zu 100 Soldaten im Kampf gegen den internationalen Terrorismus gedeckt sei. Allerdings sagte Cholin zu Gerüchten, die in Kabul im Umlauf sind, dass die KSK mehrere Gefallene zu beklagen habe: "Das stimmt definitiv nicht". Das hätten alle Nachprüfungen ergeben.

Die KSK-Soldaten gehören zu den bestgehütetsten Geheimnissen der deutschen Bundeswehr. Auch ihr Stationierungsort in Afghanistan wird geheim gehalten. Der amerikanische Presseoffizier Roper sagte lediglich, dass in Kandahar an die 4500 Soldaten aus mehreren Ländern vertreten sind, darunter auch Spezialeinheiten. Mehrere Black-Hawk-Hubschrauber stehen in ständiger Alarmbereitschaft, um zu jeder Zeit die Angehörigen der "Special Operations Forces" zu ihren Einsätzen in allen Teilen Afghanistans zu transportieren.

Wie von Angehörigen des deutschen Auslandsgeheimdienstes, die in Kabul ständig die Lage beobachten, zu hören war, hätten die beiden Raketen, die offenbar von Taliban-Kämpfern in Kabul abgefeuert worden waren, dem Bundeswehr-Stützpunkt gegolten. Die Deutschen hatten Glück. Die Raketen sind über das Lager geflogen und waren etwas weiter weg eingeschlagen. Das Verteidigungsministerium widersprach dieser Version. Der Angriff sei nicht auf das deutsche Camp gerichtet gewesen.

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