Kyoto-Protokoll

Globale Treibhausgas-Emissionen steigen weiter

Auch zehn Jahre nach dem Umweltgipfel von Rio de Janeiro nehmen nach Angaben der Nichtregierungsorganisation Worldwatch Institute die weltweiten Kohlendioxidemissionen weiter zu. Die globalen Emissionen seien in den 90er Jahren um über neun Prozent gestiegen, sagte die Vizepräsidentin des Instituts, Hilary French. Als Beispiel für die negativen Folgen verwies French darauf, dass mittlerweile weltweit fast 30 Prozent aller Korallenriffe geschädigt seien. Zum Zeitpunkt des Rio-Gipfels seien es erst zehn Prozent gewesen.

French forderte bei der Vorstellung der deutschen Ausgabe des Reports zur Lage der Welt 2002 im Kampf für eine nachhaltige Entwicklung dieselbe Dringlichkeit wie in der Auseinandersetzung gegen den internationalen Terrorismus. Zudem müsse vor dem UN-Gipfel für nachhaltige Entwicklung, der im August im südafrikanischen Johannesburg stattfindet, das Kyoto-Protokoll zur Reduzierung des Treibhausgases Kohlendioxid ratifiziert werden, mahnte French.

Das Institut beklagte, dass die Umweltpolitik in der Welt weiter eine geringe Priorität habe. Viele internationale Umweltabkommen litten unter schwachen Verbindlichkeiten und unzureichender Finanzierung. So kämpfe das UN-Umweltprogramm dafür, sein jährliches Budget von rund 100 Millionen US-Dollar zu behalten. Gleichzeitig würden weltweit mehr als zwei Milliarden Dollar pro Tag für militärische Zwecke ausgegeben.

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