Symbolischer Protest
Greenpeace liefert Walfleischkartons an japanische Botschaft
Anlass der internationalen Protestaktion ist die Rückkehr der japanischen Walfangflotte aus dem antarktischen Wale-Schutzgebiet, wo in den letzten sechs Monaten 440 Minkewale getötet wurden. Nun stehen über 2000 Tonnen Walfleisch für den japanischen Markt bereit. Das Kilo Walfleisch wird in Japan für rund 300 Euro gehandelt.
In vier Wochen, auf dem 54. Jahrestreffen der Internationalen Walfangkommission (IWC), das vom 20. bis 24. Mai in der japanischen Hafenstadt Shimonoseki stattfindet, wird erneut über das Schicksal der Wale verhandelt. Japan wird weiterhin versuchen, in der IWC das seit 16 Jahren bestehende internationale Walfangverbot auszuhebeln. Mit dem Köder großzügiger Entwicklungshilfe hat Japan bereits 12 Staaten dazu bewogen, in die IWC einzutreten und für die Aufhebung des Walfang-Moratoriums zu stimmen.
Auch das Wissenschaftskomitee der IWC hat sich mehrfach gegen die legale Waljagd zu wissenschaftlichen Zwecken ausgesprochen. Bei der Jahreshauptversammlung der IWC im Juni letzten Jahres wurde eine Resolution verabschiedet, die die japanische Regierung auffordert, ihr Wissenschaftsprogramm sofort einzustellen. Japan habe dies bisher einfach ignoriert, erklärt Thilo Maack, Greenpeace-Meeresexperte. Für den Krieg gegen die Wale seien der japanischen Regierung offenbar alle Mittel recht.
Im Vorfeld der IWC hat Japan eine großangelegte Werbekampagne für den Verzehr von Walfleisch gestartet. In der Innenstadt von Tokio ließ die Fischereibehörde kostenlose Walfleischprodukte, wie tiefgefrorenes Walfleisch, Walfleischeintopf in Dosen sowie Rezepte für Walspeck an die Bevölkerung verteilen. Japan zeige öffentlich, dass sein wissenschaftlicher Walfang nur kommerziellen Zwecken diene, sagt Thilo Maack. Japan werbe für eine gesellschaftliche Akzeptanz von Walprodukten, um den Markt dafür ausweiten zu können.
Eine weitere Behauptung der japanischen Fischereibehörde werfe ebenfalls zweifel auf. Der Fischbestand in den Weltmeeren sei vor den vermeintlich gefräßigen Säugetieren zu schützen. Wale würden zu viel Fisch fressen und somit gefährliche Nahrungskonkurrenten zum Menschen darstellen.
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Am 23. Apr. 2002 unter:
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