Tschernobyl-GAU
BUND warnt vor Gefahren alternder Atommeiler
Sowohl In Brunsbüttel und Davis Besse hätten vor kurzem nur glückliche Zufälle verhindert, dass es zu einer Zerstörung des Reaktors wie 1979 im amerikanischen Harrisburg kam, so Professor Klaus Traube vom BUND. Beim Versagen des Notkühlsystems hätte sogar eine Katastrophe wie die in Tschernobyl im Jahr 1986 eintreten können. In beiden aktuellen Fällen wurden die Störfallursachen nicht vorhergesehen und bis jetzt nicht richtig verstanden. Alle Atomkraftwerke werden mit zunehmendem Betriebsalter störanfälliger. Diese Bedrohung bleibe, solange die AKW nicht endgültig stillgelegt seien.
Im AKW Davis Besse in Ohio wurde Anfang März im 15 cm dicken Stahldeckel des Reaktors ein durchgehendes Korrosionsloch von mehr als 10 cm Durchmesser im Querschnitt entdeckt. Nur die dünne Edelstahlauskleidung des Reaktordeckels hielt noch dicht, war aber infolge des hohen Drucks bereits stark ausgebeult. Wäre sie gerissen, wäre Radioaktivität in das Reaktorgebäude gelangt und hätte die Anlage zu einer strahlenden Ruine gemacht. Lediglich ein vorschriftsmäßiges Funktionieren des Notkühlsystems hätte dann noch verhindert, dass auch das Gebäude zerstört und eine enorme Menge Radioaktivität in die Umgebung freigesetzt worden wäre.
Ähnlich brisant war der Unfall am 14. Dezember 2001 im AKW Brunsbüttel. Dort explodierte eine Rohrleitung, die zum Reaktordruckbehälter führte. Hätte die Explosion nur wenig näher am Reaktordruckbehälter stattgefunden, dann wäre auch hier Radioaktivität ausgetreten, die wie in Harrisburg das Reaktorgebäude ruiniert oder schlimmstenfalls wie in Tschernobyl weite Landstriche verseucht hätte.
Besonders beunruhigend ist, dass der Betreiber, die Hamburger Elektricitäts-Werke, mehr als zwei Monate lang vom Energieministerium Schleswig-Holsteins bekniet werden musste, bis eine detaillierte Untersuchung des Störfalls erlaubt wurde, so Traube.
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Am 25. Apr. 2002 unter:
politikStichworte:
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