Ausverkauf von Madagaskars Tierwelt
Naturschützer fordern von Bundesregierung sofortigen Handelsstopp
In Madagaskar herrsche derzeit der Ausnahmezustand: Seit Dezember letzten Jahres sei im Zuge politischer Wirren der Handel mit endemischen, d.h. nur dort vorkommenden Arten eskaliert. Blanko-Exportgenehmigungen für bedrohte Arten seien im Umlauf, legaler und illegaler Handel eng verstrickt, und offizielle Ausfuhrquoten würden ignoriert. Experten aus Madagaskar haben nun Alarm geschlagen und fordern ein internationales Handelsmoratorium.
Die Bedenken von Artenschützern gegen den Handel mit Madagaskars Tier- und Pflanzenwelt sind nicht neu: Bereits in den vergangenen Jahren sorgten massiver illegaler Handel, Korruption sowie fehlende Bestandszahlen für die gehandelten Arten für internationale Kritik. Doch durch die politische Krise werde die Situation nun nochmals verschärft. "Für einige hochbedrohte Arten, z.B. seltene Schildkröten, die zu Tausenden exportiert wurden, wird die Zeit knapp. Wird der Handel mit ihnen nicht umgehend gestoppt, sind diese Tiere für immer verloren", befürchtet Pro Wildlife-Biologin Freyer.
Deutschland ist einer der wichtigsten Absatzmärkte für Wildtiere aus Madagaskar. Allein zwischen 1990 und 2000 führte Deutschland mehr als 72.000 geschützte Geckos von der afrikanischen Insel ein. Seit 1997 der Import geschützter Chamäleons wieder möglich wurde, fanden fast 7.300 der bizarren Echsen ihren Weg aus Madagaskar in deutsche Haushalte. In nur vier Jahren wurden knapp 5.750 der begehrten Buntfrösche nach Deutschland importiert, die meisten seltene Arten mit sehr kleinem Verbreitungsgebiet. Hinzu kommen unzählige Tiere ungeschützter Arten.
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