Walfang
Greenpeace: Japanische Regierung erpresst und besticht für Fangquoten
Dass die japanische Regierung die gleiche Taktik auch in Entwicklungsländern Afrikas und des Südpazifiks anwendet, belegt eine Studie, die Greenpeace heute vorgestellt hat. Ihr Titel: "Stimmenkauf - Die Strategie der japanischen Regierung zur Rückkehr zum Walfang grossen Stils". "Im Falle von Dominica hat die japanische Regierung sieben Millionen US-Dollar für den Bau eines wirtschaftlich nutzlosen Fischereikomplexes zur Verfügung gestellt", sagt der Politiker aus Dominica.
Die japanische Regierung habe angedroht, ihre Wirtschaftshilfen zu streichen, falls Dominica die Interessen Japans in der IWC nicht unterstützen würde. Martin: "Die Pro-Walfang-Politik Japans widerspricht den Interessen unseres Landes. Dominicas Tourismusbranche bietet Ausflüge zu Walen an, die sich an den Küsten der Insel aufhalten. Wenn wir die Wale nicht schützen, schaden wir unserer wirtschaftlichen Unabhängigkeit". Martin hat in der letzten Woche in Europa Ministerien mehrerer IWC-Länder besucht, um über die Stimmenkaufpolitik der japanischen Regierung zu berichten. Er war im Jahr 2000 wegen dieser Bestechungspolitik zurückgetreten.
Durch den japanischen Stimmenkauf gerät das seit 1982 bestehende weltweite Fangverbot für Wale in Gefahr. Nur fünf Nationen in der IWC, darunter Japan und Norwegen, haben ein kommerzielles Interesse an der Jagd auf Wale. Die Pro-Walfang-Fraktion verfügt inzwischen jedoch über genügend Stimmen, um alle Vorschläge zum künftigen Walschutz abzuweisen. Mit einer einfachen Mehrheit kann die japanische Regierung so Beschlüsse in der IWC durchsetzen, die zum Beispiel zum Aufheben des Exportverbotes von Walfleisch aus Norwegen nach Japan führen würden. Das wäre der Startschuss für einen neuen Walfang und Walfleischhandel im grossen Stil.
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Am 29. Apr. 2002 unter:
politikStichworte:
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