Euro-Umstellung
Erstmals höhere Preise für Verbraucher eingeräumt
Der Bundesfinanzminister habe von einer "gefühlten Inflation" gesprochen, die zu Verärgerung und in Folge zu spürbarer Zurückhaltung bei den Verbrauchern geführt habe. Dies habe der Einzelhandelsverband selbst eingeräumt, als er einen spürbaren Umsatzrückgang im ersten Quartal vermeldet habe. Nach "Spiegel"-Informationen hat Eichel dagegen auf einer SPD-Vorstandssitzung eingeräumt, dass die Euro-Umstellung schwieriger und für die Verbraucher teurer war als erwartet. "Wir haben uns zu sehr auf die Selbstverpflichtung des Handels verlassen, das war möglicherweise ein Fehler", zitiert das Magazin Eichel. Andere Länder wie Frankreich oder die Niederlande hätten die Umstellung "besser hingekriegt".
Vor allem die Gastronomie und viele Dienstleister hätten nach der Euro-Einführung mit Preiserhöhungen "ziemlich zugelangt", sagte Eichel dem Bericht zufolge. Das habe bei den Verbrauchern auf die Stimmung gedrückt. Der für Bargeldversorgung zuständige Bundesbank-Vorstand Franz-Christoph Zeitler sagte der "Welt am Sonntag", es sei vor allem bei regionalen Produkten und Dienstleistungen durch die Euro-Einführung zum Teil zu deutlichen Preissteigerungen gekommen.
Damit hat sich offenbar auch Bundesbank-Präsident Ernst Welteke geirrt. Der Zeitung zufolge sagte Welteke vor der Währungs-Umstellung: "Dem Einzelhandel wird es nicht gelingen, die Einführung des Euro für eine Preiserhöhung zu missbrauchen." Seit Einführung des Euro Anfang Januar klagen Verbraucherschützer über angeblich gestiegene Preise in Deutschland. In die Kritik geraten waren vor allem der Einzelhandel und die Gastronomie. Berechnungen des Statistischen Bundesamtes konnten dies bislang nicht bestätigen.
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Am 13. Mai. 2002 unter:
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