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Kritik an der geplanten Legalisierung anonymer Geburten

terre des hommes

Die geplante Legalisierung anonymer Geburten in Krankenhäusern stößt bei einigen Fachleuten auf Ablehnung. Dies stehe im Widerspruch zum Recht des Kindes auf Kenntnis seiner Herkunft, so Bernd Wacker von terre des hommes. Problematisch sei außerdem, dass dadurch die Gründe der Kindesabgabe unklar blieben. Gemeinsam mit der SPD-Abgeordneten Margot von Renesse appellierte Wacker an die Parteien, von der "überhasteten" Legalisierung von Babyklappen und anonymer Geburt Abstand zu nehmen.

Ein entsprechender Gesetzentwurf, der am Freitag im Bundestag beraten werden soll, wird Medienberichten zufolge von SPD, Grünen und CDU befürwortet. Frauen sollen demnach in einem Krankenhaus anonym ein Kind entbinden und zurück lassen können, ohne rechtswidrig zu handeln.

Wacker betonte, ob die Abgabe des Kindes tatsächlich dem freien Willen der Mutter entspreche oder von anderen Personen erzwungen sei, könne nach einer anonymen Entbindung nicht mehr festgestellt werden. Aus demselben Grund wendet sich terre des hommes auch gegen die Babyklappen. Die Erfahrung mit der Vermittlung von Kindern aus Kriegs- und Krisengebieten habe gezeigt, wie sehr Kinder unter den "traumatisierenden Wirkungen ihres Abgegebenseins" litten. Stattdessen sollten Unterstützungsangebote für Schwangere ausgeweitet werden.

Nach Einschätzung der SPD-Politikerin von Renesse, die auch die Enquetekommission "Recht und Ethik der modernen Medizin" leitet, verfehlen die Anonymisierung der Geburt und die Babyklappe ihr Ziel, die oft tödlich endende Aussetzung Neugeborener zu verhindern. Die Fallzahlen seien keineswegs zurückgegangen, sagte sie. Jährlich werden nach Schätzungen bundesweit bis zu 40 Kinder ausgesetzt. Dabei sterbe etwa die Hälfte der Kinder.

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