Spendenskandal

Schreiber-Aussagen belasten auch CSU-Chef Stoiber

Die Vorwürfe des Waffenlobbyisten Karlheinz Schreiber über eine illegale CSU-Spendenpraxis bringen nach Auffassung von SPD-Fraktionschef Peter Struck den Unions-Kanzlerkandidaten Edmund Stoiber in Bedrängnis. Dass an die CSU über getarnte Konten Spenden geflossen seien, ohne dass Stoiber davon wusste, könne er sich nicht vorstellen, sagte Struck. Entgegen der CSU-Auffassung halte er die Aussagen von Schreiber vor dem Bundestags-Untersuchungsausschuss im kanadischen Toronto für durchaus ernst zu nehmend. Er erwarte jetzt, dass Schreiber entsprechende Belege für seine Anschuldigungen vorlege.

Schreiber hatte bei einer ersten Vernehmung für Verwirrung gesorgt. Zunächst behauptete er nach Angaben von Ausschussmitgliedern, ein von ihm eingerichtetes Konto "Maxwell" mit 5,2 Millionen Mark sei der CSU zuzurechnen. Später habe Schreiber angegeben, das Konto habe einer Gruppe namens "Port Atlantis" gehört.

Der Waffenlobbyist gilt als Schlüsselfigur in der CDU-Spendenaffäre. Vertreter der Union werteten seine Aussagen als Beleg dafür, dass Schreiber als Zeuge völlig unglaubwürdig sei und bezeichneten die neuen Vorwürfe gegen die CSU als haltlos.

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