Greenpeace: Brüssel verheimlicht brisante Gentechnik-Studie
Gen-Pflanzen könnten Landwirtschaft in Europa massiv gefährden
Kleinere Betriebe wären von den Kosten für die aufwändigen Maßnahmen besonders getroffen. Ökologischer Landbau wäre nur noch mit großen Einschränkungen möglich. Für den Verbraucher hieße dies, dass er nur noch schwer Lebensmittel ohne genmanipulierte Bestandteile finden würde. "Die Industrie lügt. Sie tut so, als wollte sie uns Verbrauchern auch in Zukunft die Wahl lassen zwischen Gen-Food und richtigen Lebensmitteln", sagt Christoph Then, Gentechnik-Experte von Greenpeace. "Sie will uns die Gefahren der Gentechnik aufzwingen. Die Kosten werden denjenigen aufgebürdet, die gentechnikfrei wirtschaften wollen. Die EU darf dem Druck der Gen-Konzerne nicht nachgeben, und es dürfen keine Gen-Pflanzen auf den Acker kommen."
Die Studie des "Institute for Prospective Technological Studies" des "EU Joint Research Centre" wurde nach Greenpeace-Angaben im Januar abgeschlossen. Sie stütze sich im wesentlichen auf Computermodelle und untersuche die Folgen für den Anbau von Raps, Mais und Kartoffeln. Untersucht werde u.a. wie die normale Produktion parallel zum Anbau von Gen-Saaten aufrecht zu erhalten sei.
Der Konflikt um die Zukunft der Gentechnik auf den europäischen Äckern spitzt sich in diesen Wochen zu: Die Industrie fordert von der EU Gesetze, nach denen Saatgut nicht gekennzeichnet werden muss, wenn es mit Gentechnik verunreinigt ist. Obwohl die Mehrheit der Verbraucher in Europa Gentechnik in Lebensmitteln ablehnt, scheint die EU-Kommission diesen Forderungen nachkommen zu wollen. Mehrfach forderte sie die Mitgliedsstaaten auf, den derzeitigen Zulassungsstopp für Gen-Pflanzen aufzuheben.
"Jetzt muss auch Ministerin Künast einschreiten. Deutschland darf diesen verbraucherfeindlichen Plänen nicht zustimmen", fordert Then. "Der Einzelne entscheidet darüber, was auf seinen Teller kommt, nicht die Gentechnik-Konzerne."
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Am 16. Mai. 2002 unter:
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