Nach Blockade

Castor-Transport rollt mit Verspätung durch Frankreich

Ein Zug mit zehn Atommüllbehältern hat am Donnerstagabend gegen 20.00 Uhr bei Wörth in der Pfalz die französische Grenze passiert. Er war aus einem norddeutschen und einem süddeutschen Transport zusammengekoppelt worden. Nach Polizeiangaben hatte der Zug mit insgesamt fünf Atommüllbehältern aus dem rheinland-pfälzischen AKW Mülheim-Kärlich sowie den norddeutschen Atomkraftwerken Krümmel und Brokdorf nach Protesten in Norddeutschland über eine Stunde Verspätung.

In der Pfalz selbst hat es laut Polizei keine Zwischenfälle gegeben. Ein zweiter Transport brachte weitere fünf Atommüllbehälter aus den Atomkraftwerken Neckarwestheim in Baden-Württemberg und dem bayrischen Atomkraftwerk Isar 2 nach Wörth. Ziel des Transports sind die Wiederaufbereitungsanlagen im französischen La Hague und im britischen Sellafield.

Der Transport aus Brokdorf in Schleswig-Holstein war kurz nach seinem Start am späten Mittwochabend in Wilster von Atomkraftgegnern aufgehalten worden. Nach Polizeiangaben ketteten sich 15 Frauen an die Gleise. Nach Angaben der Atomkraftgegner mussten Bahngleise und Schwellen demontiert werden, um die angeketteten Aktivisten zu entfernen.

Der Zug wurde in Maschen südlich von Hamburg mit einem weiteren Transport aus dem AKW Krümmel zusammengekoppelt. Nach Angaben des Bundesgrenzschutzes musste der Zug wegen technischer Probleme in Niedersachsen noch einmal stoppen. In Mülheim-Kärlich wurde nach Angaben der Polizei ein weiterer Castorbehälter angehängt.

Der zweite Transport aus dem bayrischen Kraftwerk Isar 2 und dem baden-württembergischen AKW Neckarwestheim war schon am Dienstag im württembergischen Walheim zusammengestellt worden. Zu Zwischenfällen vor Ort sei es bei der Abfahrt am Donnerstagfrüh nicht gekommen, sagte ein Polizeisprecher. Im nahe gelegenen Sachsenheim sei einigen Atomkraftgegner ein Platzverweis erteilt worden.

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