Überraschung für Umweltschützer
Wirtschaftsminister Müller für europaweite Stromkennzeichnung
"Wenn Minister Müller zu seinem heute gegebenen Wort steht, war das ein guter Tag für die Verbraucher, die sich künftig bewusst für eine umweltfreundliche Energieversorgung entscheiden können", sagt Susanne Ochse, Greenpeace-Energieexpertin. Die großen Energiekonzerne wie E.ON, RWE und EnBW verheimlichten bislang einen Großteil ihrer Stromquellen gegenüber den Verbrauchern. "E.ON gibt sich nach außen das Saubermann-Image, doch welcher Kunde weiß, dass E.ON die meisten Atomkraftwerke in Deutschland betreibt und zudem groß ins osteuropäische Stromgeschäft eingestiegen ist?!"
Damit der Verbraucher auf dem liberalisierten EU-Markt die Wahl seines Stromversorgers wirklich frei und verantwortlich treffen könne, müsse er wissen, wie der Strom erzeugt wird. "Wer sich als Verbraucher für sauberen Strom entscheiden will, braucht Informationen über die Erzeugungsart der Energie", sagt Ochse. "Ohne Stromkennzeichnung laufen Verbraucher Gefahr, unwissentlich Strom aus 'Schrottreaktoren' einzukaufen. Dann finanzieren sie mit ihrem Geld das tagtägliche Risiko eines atomaren GAUs mit."
Das Europäische Parlament hatte im März 2002 detaillierte Vorschläge für eine Stromkennzeichnungspflicht gemacht. Demnach sollen Stromversorger den Kunden künftig sowohl auf der Rechnung als auch im Werbematerial klare Angaben dazu machen, mit welchen Energieträgern der Strom produziert wurde. Ob dieser Gesetzentwurf die EU-Gremien passiert, liegt auch an der Haltung des deutschen Wirtschafts- und Energieministers Werner Müller.
Als riesige Eier verkleidete Greenpeace-Aktivisten hatten am Freitagmorgen vor dem Gebäude des Bundeswirtschaftsministeriums protestiert und auf einem Transparent gefordert: "Schluss mit dem Eiertanz bei der Stromkennzeichnung, Herr Minister Müller!"
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Am 17. Mai. 2002 unter:
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