"Terrordividende" statt "Friedensdividende"
Weltweit wird wieder mehr aufgerüstet
Die Wissenschaftler des "Bonn International Center for Conversion" (BICC) betonten, auf die Abrüstung der frühen 90er Jahre, die "Friedensdividende", folge jetzt eine Art "Terrordividende". Die Industrieländer hätten 75 Prozent der weltweiten Militärausgaben zu verantworten. Fast 40 Prozent der globalen Rüstungsausgaben könnten allein den USA zugerechnet werden. Trotz weltweiter Überkapazitäten in der Rüstungsindustrie scheine Konversion für die Unternehmen "kein Thema mehr zu sein". In der Regel fehle das Geld für eine Umstellung von militärischer auf zivile Nutzung.
Die Zahl der Soldaten regulärer Streitkräfte hat sich nach Angaben des BICC-Wissenschaftlers Michael Brzoska seit Ende des Kalten Krieges von 28,8 Millionen auf 21,6 Millionen verringert. Europa (Ost und West) war die Region mit dem größten Truppenabbau. Die NATO habe ihre Streitkräftezahl von 6,6 Millionen (1987) auf 4,5 Millionen im Jahr 2000 reduziert. Dies bedeute aber keine Schwächung der militärischen Fähigkeiten, sondern vielmehr einen generellen Trend unter reichen Ländern, kleinere Armeen mit besserer Ausrüstung aufzustellen.
Deutschland gehörte nach Darstellung der Wissenschaftler zu den Ländern, die in der 90er Jahren im weltweiten Vergleich am stärksten abgerüstet haben. Deutschland liege mit einem Anteil der Militärausgaben von 1,2 Prozent am Bruttosozialprodukt in der Rangliste der NATO-Staaten weit hinter dem Durchschnitt von 1,9 Prozent. Die von Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) begonnene Reform der Bundeswehr greife "zu kurz". Das betreffe die Sollstärke von 280 000 Männern und Frauen sowie die Fortführung von Beschaffungsprojekten. "Wir sehen nicht, wie eine neue Bundesregierung um einen Kassensturz und einen Neuanlauf für die Reform der Bundeswehr herumkommen kann", unterstrich Brzoska.
Zeige Deinen Kontakten bei Google und Facebook, dass Dir dieser Beitrag gefällt!
Am 28. Mai. 2002 unter:
arbeitStichworte:
« Was sind TransFair und Rugmark?
Zahl der Organspenden deutlich eingebrochen »
Unterstützen Sie uns, damit wir ohne störende Werbung gelesen werden können. Ihre freie kostenlose Internetzeitung!
Setzen Sie Banner und Links auf Ihre Seite. Bookmarken Sie uns, und helfen Sie so mit der Verbreitung der wichtigen Inhalte.
Wir suchen Journalisten bzw. Autoren, die Lust haben, die Internet-Zeitung ngo-online gemeinsam zu einer starken Alternative zu den Mainstream-Medien aufzubauen. Machen Sie mit ..MITMACHEN
Platzieren Sie
Ihre Werbung hier
- Nachhaltige Geldanlage - Grünes Geld Berlin
- Griechenlands Insolvenz
- Burnout Symptome erkennen - Checkliste als Hilfe
- NRW Justiz: Die Landesregierung ist gefordert
- Senioren: Alt ist, wenn man Seniorenresidenz googelt
- Christian Wulff - Wenn Machtmenschen menscheln
- Diskurs der Rechtspopulisten über Israel
- Photovoltaik-Zubau in Deutschland
- Versammlungsfreiheit - ausschlaggebende Grundlage der Verfassung
- „Cottbus Nazifrei!“ - DASS ist ein MUSS
