Öko-Verbände erwarten großen Schaden durch Gift-Fund
Höhn will Lebensmittelrecht verschärfen
Im Lebensmittelrecht gibt es nach Angaben Höhns hingegen keine Meldepflicht für gefährliche Stoffe. Dies müsse geändert werden. Als weitere Möglichkeit nannte die Ministerin verstärkte Stichprobenprüfungen bei Lebensmittelherstellern.
Höhn warf dem niedersächsischen Futtermittel-Hersteller GS Agri "hochgradig kriminelle Energie" vor. Dieser habe bereits seit vergangenem Jahr von der Nitrofen-Belastung gewusst, dies aber nicht den staatlichen Stellen gemeldet. Nun gehe es darum, "Schwachstellen" im System zu erkennen und zu schließen, um solche Vorgänge in Zukunft möglichst ausschließen zu können. Es müsse bedacht werden, dass es auch Hersteller von Öko-Produkten gebe, die "rein wirtschaftliche" Interessen im Kopf hätten.
Der niedersächsische Futtermittelhersteller GS agri bestreitet dagegen den vorsätzlichen Verkauf von Nitrofen-belastetem Tierfutter an Öko-Betriebe. Man habe zu keinem Zeitpunkt mit Nitrofen belastetes Tierfutter wissentlich an Abnehmer geliefert. Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium in Hannover wies diese Darstellung als "nicht sonderlich glaubwürdig" zurück. Die Buchführung von GS agri sei lückenhaft, so dass sich einzelne kleinere Getreidelieferungen derzeit nicht zurückverfolgen ließen, sagte Ministeriumssprecher Hanns-Dieter Rosinke.
Die Naturland-Sprecherin betonte, das Zertifizierungs-System schütze nicht vor schwarzen Schafen mit krimineller Energie. Dies ließe sich auch nicht durch verstärkte Rückstandskontrollen vermeiden, zeigte sie sich überzeugt. Sie wies darauf hin, dass mit einem derartigen Kontrollsystem eine "erhebliche Preissteigerung" für Ökoprodukte verbunden sei. Zusammen mit anderen Verbänden müssten jetzt Gespräche stattfinden, ob dies vertretbar sei. "Eine 100-prozentige Kontrolle kann es aber nie geben", betonte die "Naturland"-Sprecherin.
Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium geht inzwischen davon aus, dass der Futtermittelhersteller GS agri aus insgesamt 550 Tonnen belastetem Getreide zwischen 8000 und 9000 Tonnen Öko-Tierfutter hergestellt und teilweise auch verkauft habe.
Zeige Deinen Kontakten bei Google und Facebook, dass Dir dieser Beitrag gefällt!
Am 29. Mai. 2002 unter:
nachrichtenStichworte:
« Die "elektronische Fußfessel"
NABU fordert Entgiftungsoffensive für die Landwirtschaft »
Unterstützen Sie uns, damit wir ohne störende Werbung gelesen werden können. Ihre freie kostenlose Internetzeitung!
Setzen Sie Banner und Links auf Ihre Seite. Bookmarken Sie uns, und helfen Sie so mit der Verbreitung der wichtigen Inhalte.
Wir suchen Journalisten bzw. Autoren, die Lust haben, die Internet-Zeitung ngo-online gemeinsam zu einer starken Alternative zu den Mainstream-Medien aufzubauen. Machen Sie mit ..MITMACHEN
Platzieren Sie
Ihre Werbung hier
- Nachhaltige Geldanlage - Grünes Geld Berlin
- Griechenlands Insolvenz
- Burnout Symptome erkennen - Checkliste als Hilfe
- NRW Justiz: Die Landesregierung ist gefordert
- Senioren: Alt ist, wenn man Seniorenresidenz googelt
- Christian Wulff - Wenn Machtmenschen menscheln
- Diskurs der Rechtspopulisten über Israel
- Photovoltaik-Zubau in Deutschland
- Versammlungsfreiheit - ausschlaggebende Grundlage der Verfassung
- „Cottbus Nazifrei!“ - DASS ist ein MUSS
