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Sportler und Eltern sollen nicht rauchende Vorbilder sein

Statt "Keine Macht den Drogen"-Kampagnen

Eltern und Sporttrainer müssen nach Ansicht von Experten mehr tun, um Jugendliche von der Zigarette fernzuhalten. Nach Ansicht des Deutschen Sportbundes (DSB) müssten etwa rauchende Trainer auf Sportplätzen ein absolutes Tabu sein. Es sei "grotesk", Betreuer von Jugend-Sportgruppen mit Zigaretten im Mund am Rand von Fußballfeldern mitlaufen zu sehen, sagte DSB-Gesundheitsexperte Winfried Banzer am Donnerstag im Vorfeld des Welt-Nichtrauchertages. Der Gesundheitswissenschaftler Wolfgang Settertobulte fordert auch die Eltern auf, mit gutem Beispiel voran zu gehen. Rauchende Elternteile hätten kaum eine Handhabe, ihre Kinder vom Rauchen abzuhalten.

Nach Ansicht von DSB-Experte Banzer wäre es ein gutes Zeichen, wenn Spitzensportler wie "der viel zitierte Mario Basler" oder der Trainer des Fußball-Bundesligisten Bayer Leverkusen, Klaus Toppmöller, sich öffentlich von ihrem Laster lossagten. Alle im Sport verantwortlich Aktiven sollten sich ihrer Vorbildfunktion bewusst sein. Um das zu erreichen, müsse die Aufklärung über drohende Gesundheitsgefahren durch das Rauchen fester Bestandteil der Ausbildung von Trainern und Übungsleitern werden. Er halte dies sogar für effektiver als große Kampagnen wie "Keine Macht den Drogen".

Settertobulte warnte, der Griff zur Zigarette werde gefördert, wenn Eltern nicht wahrnähmen, dass ihre Kinder heranwachsen. Der Wissenschaftler rät Eltern, mit dem Einsetzen der Pubertät eine neue Beziehung zu ihnen aufzubauen. Anstatt zu bevormunden, sollten Eltern daher Dinge mit den Kindern "aushandeln". Zwar bräuchten die Heranwachsenden weiter "klare Grenzen". Diese dürften allerdings nicht angeordnet werden, sondern müssten im gemeinsamen Gespräch festgelegt werden. Wenn Kinder sich auf diese Weise akzeptiert fühlten, würden sie besser in die Rolle des Erwachsenen hineinwachsen.

Settertobulte warnte davor, mit Verboten zu reagieren, wenn ein Kind bereits mit dem Rauchen angefangen habe. Diese Verbote würden den Jugendlichen nur noch bestätigen, weiter zu rauchen. Statt dessen müsse über das Problem geredet werden, müssten die Rechte der Nichtraucher in der Familie gestärkt werden.

Nach Erkenntnissen des Wissenschaftlers rauchen Jugendliche im Durchschnitt mit 13 Jahren ihre erste Zigarette. Mädchen würden wegen der früher einsetzenden Pubertät ein Jahr eher an der ersten Zigarette ziehen als Jungen. Nach neuesten Studien steigt die Zahl der rauchenden Teenager leicht an. Dabei überholen die Mädchen die Jungen deutlich, wie Settertobulte erläuterte.

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