Japanische Botschaft

Greenpeace protestiert mit Harpunen gegen Walfang

Etwa 30 Greenpeace-Aktivisten haben heute zehn Harpunen am Zaun der japanischen Botschaft in Berlin befestigt. Sie protestieren damit gegen die japanische Pro-Walfang-Politik und gegen die Pläne der japanischen Regierung, Walspeck aus Norwegen zu importieren. Zeitgleich veröffentlicht Greenpeace heute in Tokio und Oslo eine Studie zum selben Thema. Norwegen und Japan setzten sich über das internationale Walfangverbot hinweg. Weiterhin sei das erbeutete Walfleisch durch die Verschmutzung der Meere auch hoch mit Umweltgiften belastet. Bereits beim Verzehr von wenigen Gramm Wal-Speck werde die Tages-Richtwerte für die Aufnahme von PCBs (polychlorierte Biphenyle), DDT (Insekten-Vernichtungsmittel) und anderen Umweltgiften überschritten.

Obwohl das Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) den Handel mit Walprodukten verbietet, warte in norwegischen Kühlhäusern 1000 Tonnen Blubber, so heißt der Speck der Wale, auf den Export nach Japan.

In der Studie vergleichen Wissenschaftler des Freiburger "Forschungs- und Beratungsinstituts Gefahrstoffe" die Belastungen von Umweltgiften im Fett- und Muskelgewebe von Minkewalen mit Richtwerten für Lebensmittel der amerikanischen Umweltbehörde. Selbst wenn der Wal nur minimal mit Umweltgiften belastet war, nehme man beim Verzehr von 8,4 Gramm Wal-Speck mehr PCBs in sich auf, als pro Tag für tolerierbar gehalten werde. Der Richtwert für DDT ist nach einer Mahlzeit von 67 Gramm Wal-Speck erreicht. Bei stark mit Giften belasteten Walen hingegen überschreite man schon beim Verzehr von nur 0,2 Gramm Wal-Speck den Richtwert für PCBs und nach 2,3 Gramm den für DDT.

Japan erkennt das seit 1986 bestehende Walfangverbot der Internationalen Walfangkommission nicht an. Die japanischen Walfänger wollen von Juni bis September im Nordpazifik 150 Minkewale, 10 Pottwale, 50 Brydewale und 50 Seiwale töten. Sie rechtfertigen ihre alljährliche Jagd auf Hunderte von Großwalen mit dem Vorwand, die Meeressäuger wissenschaftlich zu untersuchen.

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