Pleite geht weiter

Auch KirchPayTV meldet Insolvenz an

Genau einen Monat nach dem Insolvenzantrag von KirchMedia hat am Mittwoch mit KirchPayTV ein zweites Unternehmen der hochverschuldeten KirchGruppe beim Amtsgericht München die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Ungeachtet dieses Schrittes sendet der Bezahlsender Premiere weiter. Auch die Übertragung der Fußball-Weltmeisterschaft ist nach Angaben von Premiere-Geschäftsführer Georg Kofler nicht gefährdet. Die Insolvenz der KirchPayTV GmbH & Co. KGaA sei eine "einmalige Chance, den Ballast der Vergangenheit abzuwerfen" und mit einer Radikalkur neue Investoren zu gewinnen, betonte Kofler. Bis Ende des Jahres soll die Zahl der Mitarbeiter um 1000 auf 1400 sinken. Neben KirchPayTV stellten auch die Tochterunternehmen PayTV Rechtehandel, BetaDigital und Premiere Beteiligungs GmbH einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens, nicht jedoch die Premiere Fernsehen GmbH.

Die Insolvenz von KirchPayTV sei unvermeidbar geworden, da weder die Altgesellschafter noch Banken oder neue Investoren weitere Mittel zur Finanzierung der derzeitigen Firmenstruktur einbringen wollten, teilte Premiere mit. Premiere habe in der Vergangenheit Preise für Senderechte gezahlt, die "in keinem vernünftigen Verhältnis zu den erzielbaren Umsätzen" standen, wie Kofler sagte.

Premiere, das nach eigenen Angaben rund 2,4 Millionen zahlende Abo-Kunden hat, gilt als einer der großen Verlustbringer der KirchGruppe. Kofler hatte zuletzt angekündigt, sich selbst an dem Unternehmen zu beteiligen. Einer der Betreiber des Senders ist der Medienunternehmer Rupert Murdoch. An KirchPayTV hält nach Unternehmensangaben die Dachgesellschaft der KirchGruppe, die Taurus Holding, 69,75 Prozent der Anteile, Rupert Murdochs BSkyB Germany 22,03 Prozent.

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