Erst erhöhen, dann senken

Euro hat die Preise im Ergebnis steigen lassen

Einzelhandel und Dienstleister haben den Euro nach Angaben des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv) in vielen Fällen zu Preisanhebungen genutzt. Vor allem in der Gastronomie und bei Dienstleistern habe die Währungsumstellung zu "teilweise großzügigen" Preisanpassungen geführt, sagte vzbv-Vorstand Edda Müller der Nachrichtenagentur ddp.

Im Einzelhandel seien die Preise vor allem im Vorfeld der Umstellung angezogen. Nach dem Stichtag 1. Januar sei es dann oft zu moderaten Preissenkungen gekommen. "Die großen Lebensmittelanbieter haben sich dadurch Spielräume geschaffen, um bei der Euro-Einführung mit Preisnachlässen werben zu können." Unter dem Strich sei das Preisniveau im Vergleich zum Frühjahr vergangenen Jahres vor allem bei Gütern des täglichen Bedarfs spürbar gestiegen. "Mit ihrem Eindruck, dass sie beim Einkauf mehr Geld ausgeben müssen, liegen die Verbraucher daher richtig", sagte Müller.

Der Euro wurde am Donnerstag in Aachen mit dem Internationalen Karlspreis ausgezeichnet. Lobend führte die Verbraucherschützerin an, die neue Währung habe zu einer größeren Preistransparenz bei den Im- und Exporten sowie bei Urlaubsreisen in den Euro-Raum geführt. Auch sei die technische Umstellung auf die neue Währung und der Bargeldumtausch ohne größere Schwierigkeiten abgelaufen.

Auffallend sei aber, dass die meisten Deutschen noch immer "in D-Mark denken" und zum Wertvergleich von der neuen in die alte Währung umrechnen. Im März sei dies noch bei 90 Prozent der Bundesbürger der Fall gewesen, sagte Müller.

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