WSSD-Weltgipfel Vorbereitung in Bali

Enttäuschung und Unzufriedenheit bei WWF und BDKJ

"Mehr Schatten als Licht". Mit dieser Erkenntnis kehren die Delegatierten des WWF aus Bali von der vierten und letzten Vorbereitungskonferenz für den geplanten Weltgipfel für Nachhaltige Entwicklung heim. Ende August, zehn Jahre nach der Konferenz von Rio, sollen in Johannesburg beim Weltgipfel für Nachhaltige Entwicklung (WSSD) die Weichen für eine bessere Welt gestellt werden. "Die Aussichten, dass die Konferenz ihrem ehrgeizigen Anspruch gerecht wird, sind nach den mageren Ergebnissen von Bali eher düster", prognostiziert der WWF.

Nach Einschätzung der Naturschützer haben die Interessenskonflikte zwischen den verschieden Ländern einen Fortschritt verhindert. "Visionen für das 21. Jahrhunders: Fehlanzeige!" faßt Gipfelbeobachterin Ulrike Hellmessen vom WWF Deutschland die Konferenz zusammen. Tragfähige Lösungen zur Überwindung der Armut seien ebenso wenig präsentiert worden wie Antworten auf die ökologischen, ökonomischen und sozialen Herausforderungen.

Weiterhin bemängelt der BDKJ, dass die Forderung der Entschuldung der ärmsten Länder als einen wesentlichen Beitrag zur Armutsbekämpfung wie auf dem G8-Gipfel 1999 in Köln beschlossen, bisher nicht ausreichend konkretisiert wurde. Ein richtiger Schritt sei das Aktionsprogramm vom Internationalen Währungsfonds und der Weltbank, das die Einführung eines internationalen Insolvenzverfahrens vorsieht. "Danach soll aber die Regelung des Schiedsverfahrens weiterhin den Gläubigerstaaten unterliegen, anstatt einer neutralen Instanz. Ohne diese ist ein faires und gerechtes Schiedsverfahren undenkbar," gibt BDKJ-Bundespräses, Rolf-Peter Cremer, zu bedenken. Der BDKJ ist Dachverband von 18 katholischen Kinder- und Jugendverbänden mit rund 650.000 Mitgliedern. Er vertritt ihre politischen, sozialen und kirchlichen Interessen.

Der WWF kritisiert insbesondere die USA , Australien und Kanada. "Mit ihrer Betonstrategie haben sie jedes konkrete Ergebnis systematisch verhindert." Der WWF fordert die Industriestaaten auf, ihre Position in den nächsten Wochen zu überdenken. Die Gipfel müsse zur Chefsache gemacht werden. Man brauche konkrete Ziele und verbindliche Abkommen zu den drängenden Zukunftsfragen. Dazu gehöre der Zugang zu sauberem Wasser ebenso wie die umweltverträgliche Bereitstellung von Energie.

Die Umweltschützer haben die Hoffnungen dennoch noch nicht völlig begraben. Aber wenn die Konferenz in Johannesburg noch ein Erfolg werden solle, müssen die USA ihre Blockadepolitik aufgeben. Es sei Aufgabe der EU, Führungsstärke zu beweisen und zum Beispiel beim Abau umweltschädlicher Subventionen voranzugehen.

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