Fünf afrikanische Länder für Elfenbein-Handel
"Wilderei auf Elefanten vielerorts außer Kontrolle"
1989 wurde der internationale Handel mit Elfenbein verboten. Vier der südafrikanischen Länder konnten 1997 bzw. 2000 auf WA-Konferenzen bereits eine Lockerung des Schutzstatus ihrer Elefantenbestände durchsetzen, der Verkauf von Elfenbein ist ihnen derzeit allerdings untersagt. Als fünftes Land möchte nun Sambia den internationalen Schutzstatus seiner Elefantenbestände lockern, um den Einstieg in den Handel mit dem "weißen Gold" vorzubereiten. Doch eine Lockerung des Handelsverbotes für Elfenbein - und sei es für vorhandene Lagerbestände - hätte nach Ansicht der Artenschützer angesichts der völlig unzureichenden Kontrollen fatale Folgen.
In Simbabwe sind Berichte über Wilderei in großem Stil - selbst in Naturschutzgebieten - an der Tagesordnung. Das Land ist längst im politischen Chaos und in Korruption versunken: Vor allem Kriegsveteranen und Anhänger der Regierungspartei gehören zu den Landbesetzern und Wilderern, die hemmungslos Jagd auf geschützte Arten machen. In einem einzigen Wildschutzgebiet Simbabwes wurden Schätzungen zufolge 30.000 Tiere innerhalb von 18 Monaten getötet. Präsident Mugabe sieht dem Treiben tatenlos zu. Nun beantragt das Land sogar den Verkauf von Elfenbein unter angeblich kontrollierten Bedingungen.
Südafrika ist zwar bereits 1975 dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA) beigetreten, hat aber bis heute die WA-Beschlüsse nicht im eigenen Land umgesetzt. Trotzdem will es nun die Erlaubnis der WA-Staaten gewinnen, um mehrere Tonnen Elfenbein zu verkaufen. Dabei ist das Land Zentrum des Tierschmuggels in Afrika. Die für eine Lockerung des Elfenbeinhandelsverbotes notwendige Kontrolle und Verfolgung von illegalem Handel ist in Südafrika höchst fragwürdig.
"Die bisherigen Lockerungen des Elefantenschutzes haben bereits ein falsches Signal gesetzt: Auch in Europa wird immer wieder Elfenbein beschlagnahmt", so Freyer. Mehrere afrikanische Länder beklagen einen Anstieg der Wilderei auf ihre Elefantenbestände. Sie machen die Herunterstufung einiger südafrikanischer Elefantenbestände für das Aufflammen der Wilderei verantwortlich. In Tansania wurden Anfang des Jahres 1.255 illegale Stoßzähne aufgegriffen. Im Tsavo Nationalpark (Kenia) tötete vor wenigen Wochen eine organisierte Wildererbande eine Elefantenfamilie ab und entfernte lediglich die Stoßzähne. In Bürgerkriegsländern wie der Demokratischen Republik Kongo werden Waldelefanten und andere bedrohte Arten in großem Stil abgeschossen.
Die Expertengruppe der Weltnaturschutzorganisation (IUCN) für Asiatische Elefanten lehnte in einer aktuellen Resolution die Wiederaufnahme des Elfenbeinhandels ab, da sie auch für die rückläufigen Bestände Asiatischer Elefanten verheerende Folgen befürchtet. "Wenn der Handel mit Elfenbein wieder legalisiert wird, könnte Elfenbein aus verschiedensten Quellen eingeschleust werden, eine Unterscheidung ist nicht möglich. Die Idee eines kontrollierten Elfenbeinhandel ist eine Farce", betont auch Freyer. Ein eigens zur Kontrolle des Elfenbeinhandels eingeführtes System, das sogenannte. MIKE (Monitoring of Illegal Trade in Elephants - Überwachung des Elefantenhandels), koste zwar 13.2 Millionen US Dollar, funktioniert bis heute allerdings nicht.
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Am 13. Jun. 2002 unter:
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