Die ersten Monate je 750 Euro

Arbeitsamts-Chef für Pauschalbeträge an Arbeitslose

Der Chef der Nürnberger Bundesanstalt für Arbeit, Florian Gerster, hat sich für eine grundlegende Änderung der staatlichen Arbeitslosenversicherung ausgesprochen. Der Mittwochausgabe der "Berliner Zeitung" sagte Gerster, wenn Arbeitslose künftig in den ersten Monaten ihrer Erwerbslosigkeit eine pauschale Unterstützung von beispielsweise 750 Euro bekämen, könne "das Engagement, sich schnell einen neuen Arbeitsplatz zu suchen", gestärkt werden. "Der Vorteil für den Arbeitslosen bestünde darin, das Geld zu sparen behalten zu dürfen, auch wenn er vor Ablauf einer festgelegten Zeitspanne eine neue Stelle findet", sagte der Behörden-Chef. Eine derartige "unbürokratische Regelung" würde die Arbeitsämter massiv entlasten. Die amtlichen Stellenvermittler könnten sich dann "mehr auf die Betreuung der Problemfälle konzentrieren".

Gerster stellte die Zustimmung allerdings unter den Vorbehalt einer noch ausstehenden juristischen Bewertung. "Bevor wir so etwas machen, müssen wir prüfen, ob solche Pauschalierungen rechtlich zulässig sind und in welcher Höhe sie liegen müssen", sagte er.

Gerster zeigte sich zuversichtlich, dass durch eine straffere Ausrichtung der Arbeitsämter auf die Bedürfnisse der Arbeitslosen und Arbeitgeber die Zahl der Erwerbslosen in den nächsten Jahren um bis zu einem Prozentpunkt gesenkt werden könne. Er sprach sich zugleich strikt gegen eine stärkere Deregulierung des Arbeitsmarktes aus. "Ausufernde Deregulierungsfantasien halte ich für falsch", so der Behörden-Chef. Tarifhoheit und Kündigungsschutz ständen nicht zur Disposition.

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