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Berliner Verlag an Holtzbrinck verkauft

Noch mehr Medienkonzentration durch Holtzbrinck

Das Hamburger Verlagshaus Gruner+Jahr will sich künftig auf die angestammten Märkten bei Zeitschriften konzentrieren und steigt deshalb aus dem regionalen Zeitungsgeschäft aus. Im Zuge dieser strategischen Neuausrichtung werden die Berliner Zeitungsaktivitäten an die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck veräußert, teilte Gruner+Jahr am Mittwoch in Hamburg mit. Dazu gehören die "Berliner Zeitung" und der "Berliner Kurier". Die "Financial Times Deutschland" sei als überregionale Zeitung nicht betroffen, wurde weiter betont.

Diese Entscheidung stehe noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die Gremien von Gruner+Jahr. Gespräche über die Optionen für die Regionalzeitungsgruppe in Dresden ("Sächsische Zeitung", "Sächsische Morgenpost") würden ohne Zeitdruck geführt. Deren Ergebnisse sollen den Gremien innerhalb der nächsten Monate zur Entscheidung vorgelegt werden.

Zur Begründung der neuen Prioritäten hieß es, der Ausbau und die Verstärkung der Positionen auf dem Zeitschriftenmarkt erfordere umfangreiche Investitionen mit Schwerpunkt in den Kernmärkten Deutschland, Frankreich und USA. Dort seien sowohl die Einführung neuer Titel als auch gezielte Akquisitionen vorgesehen. Gruner+Jahr sei schon heute ein führendes internationales Verlagshaus und erwirtschafte mehr als 60 Prozent seines Umsatzes außerhalb Deutschlands. Bernd Kundrun, Vorstandsvorsitzender bei Gruner+Jahr, erklärte, um die ehrgeizigen Ziele für die Kernmärkte und -segmente zu ereichen, wolle man sich "auf das Wesentliche" konzentrieren.

Die zur Umsetzung der neuen Strategie notwendigen Finanzmittel erforderten die ständige und nachhaltige Verbesserung der Ergebnisqualität, hieß es weiter. Auf Grund eines bereits vor einem Jahr eingeleiteten Anpassungsprogramms habe Gruner+Jahr trotz rückläufiger Umsätze in einem weiterhin stark rezessiven Werbemarkt bereits im Jahr 2002 vor vielen anderen Verlagen eine deutliche Ertragswende erreicht. Das Regionalzeitungsgeschäft weise nur geringe Synergien zu den Zeitschriftengeschäften von Gruner+Jahr auf. Ein weiterer Ausbau des Zeitungsgeschäftes hätte aber hohe finanzielle Ressourcen gebunden, die zur Realisierung der internationalen Expansion und beim Ausbau der Stammgeschäfte gebraucht würden.

Die Regionalzeitungen von Gruner+Jahr befinden sich jeweils in einer guten Marktposition, betonte Zeitungsvorstand Achim Twardy. Die "Berliner Zeitung" sei unverändert die reichweitenstärkste Abonnement-Zeitung im hart umkämpften Berliner Markt. Die Zeitungsaktivitäten insgesamt einschließlich "TIP", "Berliner Abendblatt" und "Berlin online" seien trotz deutlicher Umsatzeinbrüche wirtschaftlich kerngesund. Die "Sächsische Zeitung" sei in ihrem Regionalmarkt unangefochten, die meistzitierte Regionalzeitung in den neuen Bundesländern und nachhaltig ertragsstark.

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