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Tausende Frankfurter Banker im Streik

ver.di droht mit Ausweitung des Arbeitskampfes

Mehrere tausend Banker sind am Donnerstag in der Finanzmetropole Frankfurt am Main für mehr Geld auf die Straße gegangen. "Die Bankangestellten lassen sich nicht für dumm verkaufen", sagte der Verhandlungsführer der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, Hinrich Feddersen, zum Auftakt des ersten zweitägigen Streiks in der Bankenstadt im laufenden Tarifkonflikt. Falls es kein Signal der Arbeitgeber für ein Angebot gebe, werde ver.di die Streiks in der nächsten Woche verschärfen. Die Gewerkschaft bezifferte die Zahl der Streikenden am Donnerstag auf mehr als 4.000.

In Sternmärschen zogen die Angestellten verschiedener Kreditinstitute am Morgen mit Fahnen und Trillerpfeifen bestückt zur Kundgebung auf dem Goetheplatz in der Frankfurter Innenstadt. Aufgerufen waren Mitarbeiter der Deutschen Bank, der Dresdner Bank, der Commerzbank, der BWS-Bank, der Apotheker- und Ärztebank, der SEB, der Frankfurter Sparkasse, der Frankfurter Volksbank und der Kreditanstalt für Wiederaufbau. Allein bei der Frankfurter Sparkasse seien wegen der Streiks 38 Filialen geschlossen geblieben, sagte ein ver.di-Sprecher. Weitere zwölf arbeiteten lediglich mit einer Notbesetzung.

Am Freitag soll der Streik in Frankfurt auf die DZ-Bank, die Hessische Landesbank, die Nassauische Sparkasse und die Deutsche Bank 24 ausgedehnt werden. Auch die Bundesländer Hamburg, Niedersachsen und Baden-Württemberg sollen einbezogen werden. Für Freitagmittag plant ver.di zudem einen Demonstrationszug durchs Frankfurter Bankenviertel. Für den Fall, dass sich im Tarifkonflikt nichts bewege, werde die Gewerkschaft Mitte kommender Woche in weiteren Bundesländern zum Arbeitskampf aufrufen, kündigte Feddersen an.

Der Arbeitgeberverband hatte sich für eine einseitige Gehaltserhöhung von 3,1 Prozent bei gleichzeitiger Möglichkeit zur Gehaltskürzung bei den Vertriebsmitarbeitern von nach ver.di-Berechnungen bis zu 35 Prozent ausgesprochen. Die Verhandlungen waren zuvor ergebnislos abgebrochen worden. Feddersen sprach mit Blick auf das Arbeitgeberverhalten von einer "Provokation". Die Gewerkschaft verlangt 6,5 Prozent mehr Geld für die bundesweit insgesamt 460.000 Beschäftigten der privaten, öffentlichen und genossenschaftlich organisierten Banken.

Bereits in den vergangenen Wochen hatten sich Mitarbeiter bei zahlreichen Abstimmungen in Frankfurter Banken mit großer Mehrheit für einen Arbeitskampf ausgesprochen. Für die Gewerkschaftsforderung waren während der laufenden Tarifrunde zudem mehrere tausend hessische Banker in Warnstreiks getreten. In Eschborn bei Frankfurt hatte es bereits erste Streiks im Rechenzentrum der Deutschen Bank gegeben.

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