Friedenspreis des Deutschen Buchhandels

Nigerianischer Schriftsteller Chinua Achebe geehrt

Der nigerianische Schriftsteller Chinua Achebe erhält den diesjährigen Friedenspreis des deutschen Buchhandels. Achebe sei eine der "kräftigsten und zugleich subtilsten Stimmen Afrikas", teilte der Börsenverein des deutschen Buchhandels am Montag in Frankfurt am Main zur Begründung mit. Er gelte unangefochten als Begründer der authentischen englischsprachigen Romantradition Westafrikas. Zudem sei er ein unnachgiebiger Lehrer und Moralist und ein großer Erzähler. Der mit 15 000 Euro dotierte Preis soll am 13. Oktober in der Frankfurter Paulskirche verliehen werden.

Achebe wurde am 15. November 1930 im Osten Nigerias geboren. Er ging zunächst in die lokale Missionsschule. Nach dem Studium arbeitete er beim Rundfunk und wurde 1961 Direktor des Auslandsdienstes. 1966 legte er das Amt nach Massakern an Angehörigen seines Volkes, der Igbo, nieder. Während des Biafra-Krieges 1967 bis 1970 war er Sonderbotschafter Biafras in Europa und den USA.

Anschließend lehrte er an Universitäten in Nigeria und den USA. Viele Jahre war er Berater für die "African Writers Series" des Heinemann Verlages, die die Literaturen Afrikas in der Welt bekannt machte. Seit einem schweren Verkehrsunfall im Jahr 1990 ist er auf einen Rollstuhl angewiesen. In Deutschland ist er unter anderem dank seiner Werke "Der Pfeil Gottes" und "Okonkwo oder Das Alter stürzt" bekannt.

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