Bundeswehr bleibt im Kosovo
Pro Asyl: KFOR-Friedenstruppe Handlanger für Abschiebung von Minderheiten
Erstmals stimmte der Bundestag am 11. Juni 1999 einem Auslandseinsatz der Bundeswehr im Kosovo zu und gab für ein Jahr grünes Licht für die Entsendung von bis zu 8500 deutschen Soldaten. Bereits zwei Mal wurde seither das Mandat verlängert und im vergangenen Jahr auch territorial ausgeweitet. PRO ASYL warnte davor, die KFOR zur Flankierung deutscher Abschiebepolitik zu missbrauchen. Die Innenministerkonferenz hatte am Donnerstag in Bremerhaven den Einstieg in die Zwangsrückkehr von Minderheitenangehörigen in das Kosovo beschlossen.
Bis zu 60.000 Personen sind davon betroffen, da die Innenminister und -senatoren der Länder davon ausgehen, "dass die Voraussetzungen für eine zwangsweise Rückführung noch in diesem Jahr gegeben sein werden." Alle relevanten Nichtregierungsorganisationen, aber auch das Hohe Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen, die deutsche KFOR und UNMIK hatten vor dem Hintergrund fortdauernder Sicherheitsprobleme vor einer Massenabschiebung gewarnt.
Als kaum zu überbietenden Zynismus bezeichnet PRO ASYL den mit der Drohung der zwangsweisen Rückführung verbundenen Appell an die betroffenen Minderheitenangehörigen, eine freiwillige Rückkehr in Betracht zu ziehen. Die Innenminister wissen aus vielen Berichten, dass Minderheitenangehörige im Kosovo keinen adäquaten Zugang zu Gesundheitsversorgung, Bildung, Arbeit und Eigentum haben, zum Teil in militärisch geschützten Enklaven leben müssen und immer noch Opfer von Gewalttaten werden. Die nun eingeleitete Abschiebepolitik werde die fragile Situation in der Region eher verschärfen, fürchtet PRO ASYL.
Zeige Deinen Kontakten bei Google und Facebook, dass Dir dieser Beitrag gefällt!
Am 07. Jun. 2002 unter:
welt-onlineStichworte:
« Ministerium für Heimatschutz in USA gefordert
Die Bundeswehr in der Kosovo-Friedenstruppe KFOR »
Unterstützen Sie uns, damit wir ohne störende Werbung gelesen werden können. Ihre freie kostenlose Internetzeitung!
Setzen Sie Banner und Links auf Ihre Seite. Bookmarken Sie uns, und helfen Sie so mit der Verbreitung der wichtigen Inhalte.
Wir suchen Journalisten bzw. Autoren, die Lust haben, die Internet-Zeitung ngo-online gemeinsam zu einer starken Alternative zu den Mainstream-Medien aufzubauen. Machen Sie mit ..MITMACHEN
Platzieren Sie
Ihre Werbung hier
- Kleinwaffen sind kein Spielzeug
- Nachhaltige Geldanlage - Grünes Geld Berlin
- Griechenlands Insolvenz
- Burnout Symptome erkennen - Checkliste als Hilfe
- NRW Justiz: Die Landesregierung ist gefordert
- Senioren: Alt ist, wenn man Seniorenresidenz googelt
- Christian Wulff - Wenn Machtmenschen menscheln
- Diskurs der Rechtspopulisten über Israel
- Photovoltaik-Zubau in Deutschland
- Versammlungsfreiheit - ausschlaggebende Grundlage der Verfassung
