Weltbank soll Förderpraxis überprüfen

Bauern und Indios fordern Beteiligung an Bergbau-Entscheidungen

Indios und Kleinbauern aus ganz Peru fordern von Präsident Toledo, der Landwirtschaft Vorrang vor dem Bergbau zu geben. Nach einem einwöchigen landesweiten Protestmarsch waren am Montag in der Hauptstadt Lima angekommen. Bei einem Treffen mit Regierungsvertretern forderte CONACAMI, die nationale Koordination der Bergbaugeschädigten Perus, eine neue Kommission aus Regierung, Unternehmen und betroffenen Dorfgemeinschaften zur Lösung der durch den Bergbau entstandenen Konflikte. Die Betroffenen müssten bei Entscheidungen über Minenprojekte ein Mitspracherecht haben, wie dies internationale Menschenrechtskonventionen vorsehen. Am Dienstag fand ein weiteres Treffen mit der peruanischen Regierung statt.

CONACAMI verlangt zudem einen Finanzierungsstopp der Weltbank für Bergbauprojekte, die ohne die Zustimmung der Anwohner beschlossen werden. "Angesichts der Konflikte und Proteste muss auch die Bundesregierung die Förderung von Minenprojekten durch die deutsche Entwicklungszusammenarbeit und die Weltbank überprüfen", fordert Ulrich Müller, Goldexperte der Menschenrechtsorganisation FIAN. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau ist zum Beispiel an einer großen Kupfermine in Peru beteiligt.

Der großflächige Abbau von Gold, Kupfer und anderen Erze zerstört die Lebensgrundlagen von immer mehr Menschen in Peru. Riesige Flächen des Landes sind zur Ausbeutung der Bodenschätze unter nationalen und internationalen Bergbauunternehmen verteilt. Von den 5.680 Gemeinden Perus sind für 3.326 Bergbaulizenzen vergeben, ohne dass die Einheimischen in der Regel konsultiert worden wären.

Die Betroffenen organisieren seit 1. Juli Proteste in den 13 Regionen Perus. Von dort marschierten Vertreter in drei Demonstrationszügen nach Lima.

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