100 Tage nach Gründung
Bundeskulturstifung präsentiert erste große Projekte
Das mit einem Budget von sechs Millionen Euro umfangreichste Projekt der Bundeskulturstiftung befasst sich mit der Förderung lokaler Kulturszenen in Osteuropa. Zeitgenössische Künstler sollen durch die Hilfe von Kuratoren bestärkt werden, in ihrer Heimat zu bleiben und sich nicht - wie bisher häufig - allein am westlichen Markt zu orientieren. Dazu sollen Festivals organisiert, Stipendien vergeben oder Ausstellungsorte etabliert werden, wie die künstlerische Direktorin der Bundeskulturstiftung, Hortensia Völckers, sagte.
Ein weiteres großes Vorhaben soll mit einem Finanzvolumen von 5,4 Millionen Euro die Geschichte der Migration in Deutschland dokumentieren. Ausstellung, wissenschaftliche Studien, Theateraufführungen und Workshops seien dazu geplant. Zu den Projekten gehören ferner die Restaurierung des Films "Panzerkreuzer Potemkin", die Fortsetzung der großen Ausstellung "Berlin-Moskau/Moskau-Berlin" von 1995 und ein Programm zur raschen Förderung kleinerer Kulturinitiativen in Ostdeutschland.
Nida-Rümelin sagte, die Stiftung solle trotz der umfangreichen Programme keine "aufgeblähte Verwaltung" bekommen. Sie solle vielmehr eng mit externen Kunstsachverständigen zusammenarbeiten. Zugleich betonte er, dass es im Stiftungsrat keinerlei Dissens zwischen Bundes- und Landesvertretern gebe.
Zuversichtlich zeigte sich Nida-Rümelin zur anvisierten Zusammenlegung der Bundes- und der Länderkulturstiftung. "Die Befürworter einer gemeinsamen Stiftung haben zugenommen", betonte er. Entscheidungen sollten im Dezember fallen.
Auch die Kulturstiftung der Länder (KSL) befürwortet eine schnelle Zusammenlegung mit der Bundeskulturstiftung. "Bei optimistischer Betrachtung könnte dies Anfang nächsten Jahres passieren", sagte KSL-Generalsekretärin Karin von Welck . Der Wille bei den Ländern sei da, betonte sie. Sie bedauerte zugleich, dass die Diskussion um die Fusion der Kulturstiftungen in der Vergangenheit "so sehr in den Sog" der schwierigen "Entflechtungsdebatte" - der Abgrenzung der Kompetenzen von Bund und Ländern in der Kulturförderung - geraten sei.
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