Neuer Lebensmittelskandal
Greenpeace: Putenfleisch aus Italien mit Antibiotika gedopt
"Wenn vier von fünf Putenkeulen Rückstände von Antibiotika enthalten, lässt das auf Puten-Doping schliessen", sagt Manfred Krautter von Greenpeace. "A.I.A.-Puten sind entweder alle krank oder sie bekommen das Medikament routinemässig als Mastbeschleuniger zu fressen." Die Firma A.I.A. ist der grösste italienische Agrarkonzern. Tetracyclin darf in der Putenmast nur verschrieben werden, wenn die Tiere krank sind. Da die Puten durch Antibiotika aber auch schneller wachsen, werden sie zum Teil auch als so genannte Leistungsförderer über das Futter verabreicht, um die Mast zu beschleunigen. In der EU ist die Verwendung von Tetracyclinen als Mastbeschleuniger allerdings verboten. Schon 1996 äusserte das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) schriftlich den Verdacht, dass es sich bei den häufig beobachteten Fällen um die Folgen illegaler Anwendungen handelt.
Antibiotika werden in der Tiermast so häufig verwendet, dass inzwischen viele Krankheitserreger unempfindlich dagegen sind. Ärzte warnen davor, dass die Behandlung von Patienten immer schwieriger wird. Grund: Viele Antibiotika wirken durch die resistenten Keime beim Menschen nicht mehr. Möglicherweise wandern die Rückstände bei der Verarbeitung des Fleisches auch aus den Knochen in das Fleisch.
Greenpeace fordert Verbraucherministerin Renate Künast (Grüne) auf, Antibiotika, die zur Therapie beim Menschen wichtig sind, für die Tiermast zu verbieten. Der Einsatz aller anderen Antibiotika muss minimiert werden - zum Beispiel durch mehr Platz pro Tier und weniger Tiere pro Stall. Die Firma A.I.A. steht in Italien wegen eines weiteren Problems in der Kritik: A.I.A. verfüttert gentechnisch veränderte Soja an die Puten. Greenpeace kritisiert den Einsatz von Gen-Soja als Tierfutter, da so die Gentechnik über den Umweg des Putenfleisches doch wieder beim Verbraucher auf dem Teller landet. In Deutschland verwenden die meisten Putenmäster nach eigenen Angaben keine Gen-Soja und keine Leistungsförderer mehr.
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Am 12. Jul. 2002 unter:
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