Das Gorleben der USA
US-Kongress will Atommüll in Yucca-Mountain/Nevada lagern
Der Verlag Heinz Heise, Hannover schreibt dazu auf seiner Homepage: „Von drei Hauptstandorten hatte die US-Energiebehörde ( DOE) Yucca Mountain ausgewählt. Wie der Spiegel bereits 1997 ausführlich berichtete, waren schon vor dem diesjährigen politischen Theater Milliarden US-Dollar in das Projekt investiert worden. Ein Stollen wurde für Probezwecke fast 8 km in den Berg gebohrt. Ausgerechnet in der Nähe der Funeral Mountains (Beerdigungsberge) und des DeathValley (Tal des Todes) soll das Gift endgelagert werden, auf dem Gelände, auf man rund 45 Jahre lang Atombomben getestet hatte, zuletzt im Jahre 1992.
Dabei reicht die gesetzliche 10.000-jährige Lagerung bei weitem nicht aus, denn der Müll ist der radioaktivste, den es gibt. Zum Teil wird es Millionen von Jahren dauern, bis er keine Gefahr mehr darstellt. Der Price-Anderson Act von 1957 begrenzte die Haftung seitens der Atomindustrie pro Atomkraftwerk auf $200 Millionen (später kamen $88 Millionen dazu), obwohl sich die Schäden laut Untersuchungen der US-Regierung im Jahre 1982 auf $560 Milliarden belaufen könnten. Just am 28.11.2001 wurde das Gesetz für weitere 15 Jahre verlängert. Auch die Schätzung vom DOE, dass die sieben nahegelegenen Vulkane in den nächsten 10.000 Jahre "wahrscheinlich nicht" explodieren werden, muss in diesem Zusammenhang gesehen werden. Interessanterweise geht das Energieministerium davon aus, dass die vom Yucca Mountain ausgehende radioaktive Strahlung sogar in "300,000 Jahren zunehmen wird", denn "das Klima wird sich in den nächsten 1.000 bis 10.000 Jahren ändern".
Yucca Mountain ist nicht nur attraktiv, weil es sich bereits auf dem alten Atomtestgelände befindet und damit im Besitz des DOE ist, sondern auch, weil es dort kaum regnet. Grundwasser ist mit die größte Gefahr für die Behälter. Doch Yucca hat auch einen großen Nachteil: Der Berg ist erdbebengefährdet. Selbst ein Erdbeben der Stärke 4,4 auf der Richterskala, das am Morgen des 14.6. - also vor etwa drei Wochen - immerhin viele Bewohner der Region aus dem Schlaf weckte, konnte den US-Kongress nicht davon abhalten, Yucca Mountain freizugeben.
Aber selbst bei solchen potentiellen Gefahren musste eine Lösung her, denn die Zwischenlager sind alle voll, und man wollte die Atomkraftwerke nicht einfach abschalten. Die Entscheidung ist also durchaus politisch motiviert - auch die Auswahl des Standorts, wie Allison Macfarlane vom Massachusetts Institute of Technology Yucca Mountain Project gestern gegenüber der New York Times sagte: "Der politisch schwächste Bundesstaat, der zur Debatte stand, hat das Endlager abgekriegt." Dabei kann Yucca Mountain gar nicht den ganzen Atommüll aufnehmen, der in den USA bis 2034 anfallen wird. Ein weiteres Endlager muss also her.
Der Atommüll kann nicht ewig in den unzähligen Zwischenlagern bleiben, die sich übrigens zum Teil auch gefährlich nahe an Wohngebieten befinden. Doch eines ist aus der Debatte um Yucca Mountain klar geworden: Wenn es jetzt kein Endlager gibt, dann müssen alle Atomkraftwerke in den USA bald stillgelegt werden. Aber es gibt keine Lösung für Atommüll. Bei Yucca Mountain wird lediglich eine vorgetäuscht. Und diejenigen, die diese Sicherheit versprechen, werden gar nicht lange genug da sein, um sie zu garantieren. Vermutlich werden sie auch nicht lange genug leben, um daran zu leiden, wenn was schiefgeht. Ein Indianersprichwort sagt demgemäß: Die Erde gehört uns nicht, wir haben sie nur von unseren Kindern ausgeliehen.“
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Am 12. Jul. 2002 unter:
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