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Letztes Brandenburger Verfahren wegen NS-Morden eingestellt

Beschuldigter nicht mehr verhandlungsfähig

Das letzte in Brandenburg noch anhängige Verfahren wegen nationalsozialistischer Gewaltverbrechen während des Zweiten Weltkrieges ist eingestellt worden. In dem Verfahren ging es um den Mord an 1200 jüdischen Häftlingen des "KZ-Außenlagers Lieberose" in Jamlitz (heute Dahme-Spreewald). Ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft sagte in der Dienstagausgabe der "Berliner Zeitung", ein früherer SS-Unterscharführer habe im Verdacht gestanden, an dem Mord an den Häftlingen beteiligt gewesen zu sein. Dem heute 90-jährigen Beschuldigten, der in Niedersachsen lebt, sei eine dauerhafte Altersdemenz bescheinigt worden. Der Mann sei daher nicht verhandlungsfähig.

Zudem hätten zwei noch lebende 72 und 77 Jahre alte Zeugen, die in Kanada ausfindig gemacht und befragt werden konnten, den einstigen SS-Mann nicht eindeutig wiedererkannt, so der Sprecher.

Die Häftlinge des "KZ-Außenlagers Lieberose" waren zu erschöpft gewesen, um sich im Februar 1945 auf den Todesmarsch nach Sachsenhausen zu begeben. Sie wurden von der SS im Lager ermordet.

Ermittlungen zu dem Verbrechen in Jamlitz seien schon in der ehemaligen DDR geführt worden, schreibt das Blatt. Von 18 Tatverdächtigen seien zwei bereits verstorben. Die anderen 16 früheren SS-Angehörigen hätten die ostdeutschen Ermittler in der Bundesrepublik vermutet. 1975 seien die Akten daher geschlossen worden. Erst nach der Wende sei wieder Bewegung in den Fall Jamlitz gekommen. Brandenburgs Fahnder hätten die 16 tatverdächtigen einstigen SS-Männer im Fall Jamlitz ausfindig machen können. Alle seien bereits tot gewesen - bis auf den heute 90-Jährigen aus Niedersachsen.

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