Licht in den Weiterbildungsmarkt

Stiftung Warentest macht Bildungstests

Die Stiftung Warentest nimmt künftig auch die Qualität beruflicher Weiterbildungsangebote regelmäßig unter die Lupe. Eine auf Anregung der Bundesregierung gegründete neue Abteilung der Stiftung werde jährlich Angebote in bis zu 20 verschiedenen Bereichen testen und bewerten, sagte Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) am Dienstag in Berlin. Bulmahn räumte ein, dass die Zahl der Tests angesichts eines völlig unübersichtlichen Weiterbildungsmarktes von rund 35 000 Anbietern mit über 400 000 Produkten relativ gering sei. Dennoch hoffe sie, dass dadurch auch andere Anbieter zu mehr Qualität angespornt würden.

Bis Ende 2005 stehen den Angaben zufolge für die Weiterbildungstests rund sechs Millionen Euro aus Mitteln des Bildungsministeriums sowie der EU zur Verfügung. Bulmahns Ziel ist es, die nun gegründete Abteilung zu einer eigenen "Stiftung Bildungstest" auszubauen, die dann auch die Studienangebote der Hochschulen auf den Prüfstand stellen soll. Auf ein entsprechendes Angebot, das sie den Kultusministern der Länder im Februar unterbreitet habe, hätten diese aber bislang noch nicht reagiert, sagte die Bundesministerin.

Nach Angaben des Vorstands der Stiftung Warentest, Werner Brinkmann, sollen zunächst vor allem solche Angebote geprüft und bewertet werden, die von der Bundesanstalt für Arbeit gefördert werden. In den kommenden zwölf Monaten seien unter anderem Tests von Bewerbungstrainings, Langzeitkursen im kaufmännischen Bereich, Existenzgründerseminaren, Weiterbildungsdatenbanken und Kursen für Wirtschaftsenglisch geplant. Bei den Tests würden jeweils 10 bis 20 Einzelangebote verglichen und die Ergebnisse anschließend veröffentlicht.

Die Stiftung ist Bulmahn zufolge in ihrer Arbeit völlig frei, es gebe keinerlei Vorgaben seitens der Bundesregierung. Diese Unabhängigkeit sei eine Voraussetzung dafür, dass "das unbestechliche Siegel der Stiftung Warentest" zum "Wegweiser durch den Bildungsdschungel" werden könne.

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