"Franz-Werfel-Menschenrechtspreis"

Glotz und Vertriebenen-Präsidentin Steinbach loben Preis gegen Vertreibung aus

Mit einem neu geschaffenen "Franz-Werfel-Menschenrechtspreis" sollen künftig Initiativen gewürdigt werden, die sich gegen die Verletzung von Menschenrechten durch Völkermord und Vertreibung einsetzen. Der Preis soll im Frühjahr 2003 erstmals in Berlin verliehen werden, wie die Vorsitzenden des umstrittenen "Zentrums gegen Vertreibungen", die CDU-Politikerin Erika Steinbach und der ehemalige SPD-Geschäftsführer Peter Glotz, am Mittwoch in Berlin bekannt gaben. Der Preis ist mit 10 000 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre ausgeschrieben. Erika Steinbach ist Präsidentin des rechten Bundes der Vertriebenen (BdV).

Benannt ist der Preis nach dem jüdischen Lyriker und Romancier Franz Werfel (1890 - 1945). In seinem Romen "Die 40 Tage des Musa Dagh" habe Werfel die Vertreibung der Armenier aus der Türkei und den Genozid an den Armeniern eindringlich und mit großer Gestaltungskraft dargestellt, begründeten Steinbach und Glotz die Namensgebung für den Preis.

Die geplante Ansiedlung des "Zentrums gegen Vertreibungen" in Berlin hatte in Osteuropa zu Verärgerung geführt. Die Wahl von BdV-Präsidentin Steinbach zur Vorsitzenden lässt die Befürchtungen, es könne nur die Vertreibung der Deutschen nach dem Krieg thematisiert werden, nicht aber die vorangegangenen Verbrechen an den späteren Vertreibern, nicht unberechtigt erscheinen.

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