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Michelfelder aus Untersuchungshaft raus, Wienand sitzt weiter

Kölner Müll-Skandal

Sigfrid Michelfelder, einer der Schlüsselfiguren in der Kölner Müllaffäre, ist am Mittwoch aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Der ehemalige Geschäftsführer des Gummersbacher Anlagenbauers Steinmüller wurde gegen eine Kaution von einer Million Euro vom Haftbefehl verschont. Die Haftbeschwerde des ehemaligen SPD-Spitzenpolitikers Karl Wienand wurde hingegen vom Kölner Landgericht verworfen.

Der 61-Jährige Michelfelder hatte wegen seiner mutmaßlichen Verwicklung in die Korruptionsaffäre um den Bau einer Kölner Müllverbrennungsanlage seit Februar in Untersuchungshaft gesessen. Nach Ansicht der Ermittlungsbehörden besteht nach Michelfelders umfangreichen Aussagen keine Verdunklungsgefahr mehr.

Der Manager betreute als Generalunternehmer den Bau der umstrittenen Anlage. In seinen Vernehmungen hatte er den früheren Viersener Entsorgungsunternehmer Hellmut Trienekens und dessen Berater, den ehemaligen SPD-Politiker Karl Wienand, schwer belastet. Auch der ehemalige Chef der Müllverbrennungsanlage, Ulrich Eisermann, soll laut Michelfelder Millionenbeträge kassiert haben. Bei der Affäre sollen bis zu 7,2 Millionen Euro an Schmiergeld geflossen sein.

Wienand gilt nach Ansicht der Ermittler als Drahtzieher der Affäre. Er soll laut Haftbefehl die Kontakte hergestellt und Schmiergelder eingefordert haben. Ziel der Absprachen und Zahlungen sei es gewesen, den Anlagenbauer Steinmüller bei der Auftragsvergabe zum Zuge kommen zu lassen. Das Kölner Landgericht hat die Haftbeschwerde des ehemaligen Parlamentarischen Geschäftsführers der SPD-Bundestagsfraktion wegen dringenden Tatverdachts und weiterhin bestehender Flucht- und Verdunkelungsgefahr verworfen. Einzelheiten wollte die Kölner Staatsanwaltschaft am Donnerstag bekannt geben.

Nach Ansicht der Ermittler besteht ein Zusammenhang zwischen der Korruptionsaffäre und des Kölner SPD-Spendenskandals. So soll die Partei als Gegenleistung für politisches Wohlwollen bei der Vergabe von städtischen Aufträgen bei den beteiligten Unternehmen "Dankeschön-Spenden" eingetrieben haben.

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