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Trienekens ist seine Freiheit 100 Millionen Euro wert

Kölner Müll-Skandal

Der Viersener Entsorgungsunternehmer Hellmut Trienekens ist am Freitag aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Für seine Haftverschonung musste Trienekens eine Sicherheitsleistung von 100 Millionen Euro als Bürgschaft hinterlegen, teilte die Kölner Staatsanwaltschaft mit. Nach Ansicht der Ermittlungsbehörden ist der Unternehmer eine Schlüsselfigur bei der Korruptionsaffäre um den Bau der Kölner Müllverbrennungsanlage. Ihm wird Beihilfe zur Bestechung und Steuerhinterziehung vorgeworfen.

Trienekens war Mitte Juni zusammen mit dem ehemaligen Kölner SPD-Funktionär Norbert Rüther und dem damaligen sozialdemokratischen Bundespolitiker Karl Wienand verhaftet worden. Wienand hatte nach dem Ende seiner politischen Karriere als Berater für Trienekens gearbeitet. Er soll die großangelegten Schmiergeldzahlungen beim Bau des umstrittenen Müllofens mit vorbereitet haben.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte Trienekens bei mehrtägigen Vernehmungen umfangreiche Aussagen gemacht und dabei auch weitere Straftaten eingeräumt. Durch die Aussagen und die hohe Kaution seien die Haftgründe der Flucht- und Verdunklungsgefahr soweit verringert worden, dass die "Außervollzugssetzung des Haftbefehls" vertretbar schien, hieß es.

Trienekens darf NRW aber nicht verlassen. Er gab seine Reisedokumente ab und muss sich drei Mal wöchentlich bei der Polizei melden. Ferner darf Trienekens keinen Kontakt zu den anderen Mitbeschuldigten oder deren Anwälten aufnehmen. Wegen erheblicher Herzbeschwerden musste der Unternehmer während der Untersuchungshaft zeitweise im Justizkrankenhaus Fröndenberg behandelt werden.

Die jüngsten Aussagen von Trienekens hatten am Donnerstag zur vorläufigen Festnahme von Karl-Heinz Meys, Geschäftsführer der Rhein-Sieg-Abfallwirtschaftsgesellschaft (RSAG) in Siegburg bei Bonn, geführt. Dem 62-jährigen Müllmanager und CDU-Kommunalpolitiker wird Vorteilsannahme vorgeworfen. Er steht im Verdacht, von Trienekens Geld erhalten haben zu haben.

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