Mehr Geld für Deutschlands Straßen

Initiative für Verkehrsinfrastruktur gegründet

Eine Initiative für mehr Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur ist am Dienstag von deutschen Wirtschafts-, Verkehrs- und Arbeitgeberverbänden gegründet worden. Unter den Namen "Pro Mobilität" will sie angesichts der geplanten EU-Osterweiterung und des "Besorgnis erregenden" Zustandes des Straßennetzes in Deutschland eine Infrastrukturoffensive erreichen, wie ihr Präsident Peter Fischer auf der Gründungspressekonferenz in Berlin betonte. "Pro Mobilität" fordert jährlich 2,5 Milliarden Euro für den Erhalt und den Ausbau der Fernstraßeninfrastruktur.

Der Initiative mit Sitz in Berlin gehören nach eigenen Angaben die wichtigsten Verbände der Wirtschaft, des Straßenverkehrs, der Automobil-, Bau- und Mineralölindustrie, darunter ADAC, BDI und VDA, an. Sie verlangen nachdrücklich höhere Priorität für die Straße.

"Deutschland braucht eine Infrastrukturoffensive", betonte Fischer. In den vergangenen Jahren habe das Land von der Substanz gelebt. Das gelte für die Autobahnen ebenso wie für Bundesstraßen, Landesstraßen und das kommunale Straßennetz, sagte der ehemalige Wirtschafts- und Verkehrsminister von Niedersachsen. "Die dritte Fahrspur muss bei Autobahnen Standard werden", forderte er. Die Autobahnen in Deutschland, die einst als die besten der Welt gegolten hätten, erreichten mittlerweile "kaum noch europäisches Mittelmaß". Gemessen an Fahrzeugbestand und Autobahnen liege die Bundesrepublik nur noch an zehnter Stelle im europäischen Vergleich und sei sogar hinter Portugal zurückgefallen.

Die notwendige Mobilität sei in den vergangenen Jahren weiter eingeschränkt und verteuert worden, die Kosten trage der Autofahrer, fuhr der Präsident der Initiative fort. "Die Verbraucher wollen eine weitere Zunahme von Staus und Schlaglöchern nicht mehr hinnehmen", unterstrich er. Die volkswirtschaftlichen Belastungen durch Engpässe und Staus auf deutschen Straßen beliefen sich jährlich auf rund 100 Milliarden Euro. Jeder zweite Autofahrer stehe mindestens einmal pro Woche im Stau. Die täglichen Staukosten bezifferte Fischer auf 250 Millionen Euro, den Mehrverbrauch an Kraftstoff auf 30 Millionen Liter. Hinzu komme der Zeitverlust für die Beteiligten.

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