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Nazi-Arzt über Jahrzehnte als "berühmter Ostfriese" geehrt

Medizin ohne Gewissen

Unter dem Titel "Ärzte - Medizin ohne Gewissen" setzt die ARD am kommenden Mittwoch ihre Dokumentationsreihe "Hitlers Eliten" fort. In Ostfriesland liefert die Nazi-Karriere des Arztes Arend Wilhelm Lang ein weiteres Beispiel. Hier kam der in Leer geborene "Euthanasie"-Arzt Lang nach Kriegsende vielfach zu Ehren. Nach Angaben des Wiener Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes (DÖW) geht aus Langs SS-Akten hervor, dass er im Juli 1934 an maßgebender Stelle am nationalsozialistischen Juli-Putsch in Wien beteiligt war. Der Putsch missglückte, doch Lang blieb seiner Ideologie treu. "Er sei direkt für die Verstümmelung angeblich psychisch kranker beziehungsweise geistig behinderter Menschen verantwortlich, sagte DÖW-Historiker Herwig Czech. Auch in die Verfolgung und Vertreibung der jüdischen Bevölkerung Wiens sei er zumindest indirekt verwickelt.

Nach dem Krieg wurde Langs Nazi-Vergangenheit jedoch erfolgreich verdrängt. Für seine spätere wissenschaftliche See- und Küstenforschung wurde er mehrfach gewürdigt. Die Naturforschende Gesellschaft in Emden ernannte Lang 1973 zu ihrem ersten Ehrenmitglied. Der Kulturverband "Ostfriesische Landschaft" verlieh ihm 1976 mit der Ubbo-Emmius-Medaille seine höchste Auszeichnung. Und die Johannes á Lasco-Bibliothek in Emden nahm im Mai 2002 in feierlichem Rahmen Langs umfassende Sammlung von Seekarten und Büchern in ihren Fundus auf.

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