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Krisengipfel zu Babcock Borsig - Bank lehnt Sanierungsplan ab

Babcock Borsig vor dem Aus

Die Verhandlungen zur Rettung des Oberhausener Maschinen- und Anlagebauers Babcock Borsig in allerletzter Minute laufen auf Hochtouren. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Wolfgang Clement (SPD) traf sich am Montagmittag mit Großaktionären, Anteilseignern und Banken zu einem weiteren Krisengipfel. Die Hoffnungen auf eine Rettung des 111 Jahre alten Traditionsunternehmen sanken indes gen Null: Ein Sprecher der Commerzbank bezeichnete in Frankfurt am Main den ursprünglichen Sanierungsplan als nicht tragfähig.

Der Commerzbank-Sprecher verwies darauf, dass der Finanzbedarf bei Babcock Borsig mit jedem Tag größer geworden sei. Das Institut trat zugleich Berichten entgegen, dass es für das Scheitern des Sanierungskonzepts für den Konzern verantwortlich sei. Auch andere Banken hätten sich dagegen gewandt, betonte der Sprecher.

Die Gespräche über die Zukunft des Unternehmens seien dessen ungeachtet noch nicht beendet, stellte der Sprecher klar. Nun gehe es primär darum, die profitablen Unternehmensteile zu retten und die Arbeitsplätze zu sichern. Die Chancen dafür seien mit dem neuen Insolvenzrecht gut. Wie die Arbeitnehmervertreterin im Aufsichtsrat von Babcock Borsig, Hannelore Elze, im Deutschlandfunk sagte, wurde sie am Sonntag vom Management des Unternehmens offiziell darüber informiert, dass es "mehr oder weniger aus" sei.

Clement hatte am Sonntag eingeräumt, dass die Verhandlungen um den Erhalt des Konzerns "auf des Messer Schneide" stünden. Clement betonte in der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" vom Montag, selbst wenn die Banken-Einigung scheitere, gebe es eine Perspektive: "Wir haben dann die Möglichkeit eines geregelten Insolvenzverfahrens." Der Ministerpräsident fügte hinzu: "Unsere Bemühungen hören nicht auf, nicht am Montag und auch nicht am Dienstag." Die Landesregierung werde Babcock auch in einem Insolvenzfall "auf Schritt und Tritt" begleiten.

Das Rettungskonzept sieht Bürgschaften des Bundes und Landes in Höhe von 430 Millionen Euro vor. Der Finanzbedarf zum Erhalt des Oberhausener Konzerns wird auf etwa 750 Millionen Euro beziffert.

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