Arbeitslosigkeit

Östlich der Elbe doppelt so viele ohne Job wie westlich

In den neuen Bundesländern ist die Arbeitslosigkeit mit 17,7 Prozent (Mai 2002) doppelt so hoch wie in den alten Ländern mit 7,6 Prozent. Insgesamt sind im Osten Deutschlands knapp 1,38 Millionen Menschen ohne Job. Neben den bekannten Problemen im Zuge der Wiedervereinigung und der schlechten konjunkturellen Lage machen Experten dafür die im Osten deutlich ausgeprägtere Erwerbsneigung verantwortlich. So wollen in den neuen Ländern 76 Prozent aller Erwerbsfähigen gerne arbeiten, in den alten sind es dagegen nur 71 Prozent.

Im Jahr 2001 lag die Zahl der Erwerbstätigen im Jahresdurchschnitt zwar mit plus 0,2 Prozent (70 000 Personen) bundesweit höher als im Vorjahr. Allerdings machte sich dies nur in Westdeutschland bemerkbar, wo die Beschäftigtenzahl um 180 000 zunahm. Im Osten dagegen war die Erwerbstätigenzahl erneut rückläufig (minus 110 000). Insgesamt waren im Jahr 2001 in Deutschland durchschnittlich rund 3,85 Millionen Menschen arbeitslos, im Westen 2,48 Millionen und im Osten 1,37 Millionen.

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesanstalt für Arbeit geht davon aus, dass sich auch im Jahr 2002 die ostdeutsche Arbeitsmarktbilanz nicht verbessern wird. So werde die Arbeitslosigkeit im Jahresdurchschnitt voraussichtlich um rund 30 000 auf 1,4 Millionen Personen steigen. Das Arbeitsangebot wird um 50 000 Stellen zurückgehen. Zugleich wird vermutlich die Zahl der Erwerbstätigen um 90 000 abnehmen. Bei der Prognose wurde ein mittleres Wirtschaftswachstum für den Osten von 0,5 Prozent zugrundegelegt.

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